Home

Die zukunftsweisende Humboldt-Box

Wer in den letzten Wochen am Berliner Schlossplatz vorbeiflanierte, wurde von einem neuen, futuristisch anmutenden Bauwerk überrascht. Die Anhänger von Unbekannten Flugobjekten werden etwas enttäuscht sein, denn schließlich wurde diese überdimensionale Box von der menschlichen Hand gebaut und soll „lediglich“ als Informationsquelle zu den zukünftigen Wiederaufbauplänen des 1950 gesprengten Berliner Hohenzollern-Schlosses dienen. Die 4 Etagen dieser Humboldt-Box beherbergen diverse Ausstellungsflächen, einen Museumsshop, ein Dachrestaurant sowie einen Spendenautomat. Den Besuchern werden täglich von 10 bis 18 Uhr sowie donnerstags von 10 bis 22 Uhr Fragmente des Sammlungs- und Medienbestandes des EthnologischenMuseums, des Museums für Asiatische Kunst, der Stiftung des Preußischen Kulturbesitzes, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin präsentiert sowie das Konzept der Rekonstruktion des Schlosses unter dem Namen Humboldt-Forum anschaulich dargestellt.

Humboldt_Box_Berlin.jpg

Laut Projektleiter, Martin Heller, soll mit dem Humboldt-Forum ein neues Kultur- und Kommunikationszentrum, also ein “Ort der Gegenwart“ entstehen. „Die architektonische Hülle lässt ein Stück deutscher Geschichte neu erstehen. Aber im Innern soll das künftige Schloss ein vehement zeitgenössischer Ort sein“, sagte er gegenüber dpa. Durch ein vielfältiges Angebot an dort ausgestellten Bildern, Objekten und Erzählungen aus dem außereuropäischen Raum soll das Humboldt-Forum ein Pendant zu den eher dem klassischen Europa gewidmeten und sich auf der nördlichen Seite der Spreeinsel befindlichen  Museen bilden. Wie es auf der offiziellen Webseite des Humboldt-Forums zu lesen ist, soll dieses architektonische Bauwerk nun „das humanistische Bildungsideal Wilhelm von Humboldts mit dem weltumspannenden Wissensideal Alexander von Humboldts“ vereinigen und „mit einem vielfältigen Kulturprogramm das Zentrum der Stadt mit Leben füllen“.

 

Unter der Leitung des italienischen Architekten Franco Stella soll der Wiederaufbaubeginn des Berliner Stadtschlosses im Jahre 2014 erfolgen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich derzeit auf 590 Millionen Euro. Laut dpa wird der Bund den größten Anteil der Baukosten mit 478 Millionen Euro übernehmen, 32 Millionen werden vom Land Berlin beigesteuert. Der Rest, so hofft der  Mitinitiator des Schlossprojekts und Gründer des Fördervereins, Wilhelm von Boddien, wird durch Spenden erbracht. Bisher wurden jedoch erst 15 Millionen Euro gesammelt. Wer also dem Ruf des Herrn von Boddien nachkommen und mit seiner Spende „Geschichte machen“ möchte, ist jederzeit willkommen.



(Shev)

 

 

 

 

veröffentlicht 17. 08 2011 17:34
Trackback | Permalink | 1 Kommentar(e) anzeigen | Kommentar eingeben
Rock&Pop Tickets bei www.eventim.de