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Wieder-Vermietung von Ferienwohnungen

Friedrichshain-Kreuzberg liegt vorne

Eine normale Wohnung ist meist gemütlicher als ein Hotelzimmer, kein Wunder also, das Ferienwohnungen bei Touristen beliebt sind. Für die Nachbarn sind sie in der Regel aber nicht so angenehm, meist stören nächtliche Ruhestörungen den Hausfrieden. Und die Wohnungen fehlen natürlich auf dem kaum noch vorhandenen Wohnungsmarkt. Kein Wunder also, dass man versuchte, die Zahl der zu Feriendomizilen umgewandelten Wohnungen zu reduzieren. Die ersten Zahlen stellen aber  noch keine richtigen Erfolgsmeldungen dar.
 
Am erfolgreichsten umgesetzt wurde das Zweckentfremdungsverbot, nach dem Ferienwohnungen wieder Wohnzwecken zugeführt werden müssen, bisher in Friedrichshain-Kreuzberg. Von 1.315 ehemaligen Ferienwohnungen, die in ganz Berlin wieder "Wohnzwecken zugeführt", also normal vermietet wurden, lagen 731 in dem angesagten Bezirk. Allerdings wurden auch in keinem anderen Bezirk mehr Urlaubs-Behausungen angeboten.

Wie der Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt auf eine Anfrage des CDU-Abegeordneten Matthias Brauner zu entnehmen ist (DS 17/18971), war die Zahl der Anzeigen aber in Mitte höher. Zum Stichtag am 31.03.2016 lagen genau 6.329 Anzeigen zur Gewährung des bis zum 30.04.2016 laufenden Bestandschutzes bei den Bezirksämtern vor. In Mitte waren es 1.756, in Friedrichshain-Kreuzberg 1.042, in Charlottenburg-Wilmersdorf 970 und in Pankow 905. Die anderen Bezirke lagen weit darunter. Setzt man die Zahlen der wieder normal vermieteten Wohnungen dagegen, zeigt sich noch ziemlicher Handlungsbedarf: In Mitte waren es nur 175, also nur ein Zehntel der gemeldeten Ferienwohnungen, in Pankow 78 und Charlottenburg-Wilmersdorf hatte der Senatsverwaltung noch keine Zahlen gemeldet.

Ein Argument, das ein wenig das Engagement der FhX-berger gegen die Zweckentfremdung unterstreicht, ist auch die Zahl der verhängten Bußgelder. Die sind von ihrer Höhe zwar nicht unbedingt geeignet, die Vermieter zu beunruhigen, aber in Friedrichshain-Kreuzberg wurde wenigstens 30 Mal eine Geldbuße zwischen 1.000 und 40.000 Euro verlangt, alle anderen Bezirke verhängten nur zehn Mal ein Bußgeld - zusammen. 

Der in Friedrichshain-Kreuzberg zuständige Bezirksstadtrat Knut Mildner-Spindler erklärte denn auch, er wolle zweckfremde Nutzungen von Wohnraum auch in Zukunft weitestmöglich unterbinden. Hinweise für alle Berliner Bezirke zur Zweckentfremdung und ihrer Meldung findet man unter http://service.berlin.de/dienstleistung/326217/.

veröffentlicht 13. 09 2016 15:30
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