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Eine neue alte Straße

Es gibt Straßen in der Stadt, die sich unglaublich verändern und die sich immer wieder an ihre Zeit anpassen. Die Hertzallee in Charlottenburg ist dafür ein Beispiel - sie war über Jahrzehnte zum Großteil fast verschwunden und nur noch auf dem Stadtplan erkennbar, doch in absehbarer Zeit kann sich Charlottenburg über ein lebendiges neues Quartier freuen, das bisher nicht zugänglich war.

Berliner kennen nur den südöstlichen Teil der Straße, die vom Bahnhof Zoo zum Ernst-Reuter-Platz führt. Der häßliche Bushalteplatz liegt hier, und vor einigen Jahren sollte an der Hertzallee auch das Riesen-Riesenrad entstehen, aus dem bekanntlich nichts wurde. Nordwestlich der Fasanenstraße beginnt das Universitätsgelände von der TU und der UdK, hier hat die Öffentlichkeit keinen rechten Zutritt und die Studenten bleiben weitgehend unter sich. Doch bald ist damit Schluss: Der Campus Charlottenburg soll sich den angrenzenden Quartieren in Richtung Zoo und Ernst-Reuter-Platz öffnen, das Uni-Gelände quasi wieder öffentlich werden. 

Rund 1,3 Millionen Euro stehen für die Neugestaltung der verlängerten Hertzallee zur Verfügung; der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf erhält eine Million aus dem Bund-Länder-Programm „Aktive Zentren“, 350.000 Euro übernimmt die TU Berlin. Heute erfolgte der Spatenstich für den 1. Bauabschnitt, der von der Fasanenstraße bis zur Wegekreuzung in Höhe der TU-Mensa reicht. Ein zweiter Bauabschnitt führt dann bis zum Ernst-Reuter-Platz, den man auch sehen soll. Um eine Sichtachse zu erhalten, soll das dreistöckige Gebäude des Instituts für Bergbau und Hüttenwesen, mit dem man 1955 das Gelände vom Platz abriegelte, große Glasflächen erhalten.   
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So soll es in der Hertzallee einmal aussehen. Nähere Infos zum Wettbewerbsentwurf und zur Baumaßnahme 

Aus der Straße soll ein attraktiver Aufenthalts- und Begegnungsort werden, der aber nur von Fußgängern und Fahrradfahrern genutzt werden kann - Autos bleiben draußen. Der Entwurf entstand im Rahmen des Wettbewerbs „Campus Charlottenburg – verlängerte Hertzallee“ im Herbst 2014. Er wird nun durch die Bürogemeinschaft Lavaland & Treibhaus Berlin umgesetzt, immer in Abstimmung mit dem Bezirk, den Universitäten und den Senatsverwaltungen, denen die Flächen gehören und von denen die Fördermittel stammen. 

„Die Neugestaltung der Hertzallee sehen wir auch im Zusammenhang mit der Quartiersentwicklung an der S-Bahntrasse vom Bahnhof Zoo", erklärte TU-Präsident Prof. Dr. Christian Thomsen. "Dort entstehen in naher Zukunft zwei große Wissenschaftshäuser und weitere Pläne existieren." Martin Rennert, der Präsident der UdK, wies indessen auf die verbesserungsfähige  Dauer der Änderungen hin: "Seit nunmehr fast zehn Jahren arbeitet die UdK Berlin gemeinsam mit der TU Berlin und dem Bezirk an einer Vitalisierung des Standortes", sagte er. Mittlerweile strahle der Campus ja als zentraler Ort für die Künste, Wissenschaft und Kultur weit über die Bezirksgrenzen hinaus, "ich freue mich aber, dass mit der Realisierung der Wegverbindung Hertzallee unsere Aktivitäten und Vorhaben nun auch bau- und stadtplanerisch sichtbar werden.“

 

veröffentlicht 16. 06 2016 13:58
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