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Verschiedene Wege zu mehr neuem Wohnraum

Der Mangel an möglichst bezahlbaren Wohnungen ist das größte Problem, das sich im Lande zurzeit stellt, und von erfolgversprechenden Aktivitäten wurden wir bisher nicht gerade überrollt. Neubau ist teuer, und meist soll nur ein kleiner Teil entstandener Wohnungen preiswert vermietet werden - wobei der Begriff preiswert in der Regel diskussionswürdig ist.

Auf der anderen Seite ist Wohneigentum fast nirgends so selten wie in Deutschland und immer mehr Menschen sind nicht in der Lage, welches zu schaffen. Die letzten Regierungen haben durch verschiedene Regelungen daran mitgewirkt - so wurde das Baukindergeld 1996 abgeschafft und durch eine Kinderzulage zur Eigenheimzulage ersetzt. Genau diese Eigenheimzulage strich man 2006 dann ganz - und damit verschwand eine Unterstützung, die für mittlere Einkommensgruppen vorher ausgesprochen wichtig war.

Kein Wunder also, dass Konservative wieder überlegen, wie man den Erwerb von Wohneigentum erleichtern könnte - siehe z.B. den gerade erschienenen Artikel "Union will neues Baukindergeld" aus der FAZ. Eigene vier Wände werden nicht umsonst als beste Art des Sparens und der Altersvorsorge angepriesen, und wenn man Familien den Kauf oder Bau von Wohnraum ermöglicht, ist dies in doppeltem Sinne gesellschaftspolitisch sinnvoll.

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Wohnungsneubau in der Stadt: Nötig, aber oft zu teuer oder nicht geeignet ... Foto: my

Am Montag war in der Bild-Zeitung zu lesen, dass Volker Kauder vorschlug, wieder ein Baukindergeld für Familien einzuführen.  „Außerdem könnte man daran denken, Immobilien des Bundes vorzugsweise für familienorientierte Bauvorhaben zu vergeben. Die Finanzierung solcher Projekte könnte erleichtert werden“, meinte der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Von der CSU kamen solche Vorschläge schon öfter und auch in der CDU werden sie gelegentlich wiederholt - erst in der letzten Woche in Nordrhein-Westfalen. Die größten Widerstände gegen eine Rückkehr der Eigenheimförderung kommen aber aus der linken Seite des politischen Spektrums - also von dort, wo sowohl dem Eigentum wie den Familien mit Vorbehalten begegnen wird. "Gerade Alleinerziehende, Studierende und Menschen mit geringem Einkommen oder kleiner Rente brauchen bezahlbaren Wohnraum", heißt es zum Beispiel im Programm der Grünen für die Abgeordnetenhauswahl. Das ist natürlich richtig, aber an die Mitte der Gesellschaft wird eben nicht gedacht. Der Wohnungsneubau muss aber für alle gefördert werden, und wenn man sich die Entwicklung des Wohnungsmarktes ansieht, waren eigene vier Wände wohl schon ewig nicht so viel wertvoller als gemietete.  my

veröffentlicht 01. 11 2016 12:44
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