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Touristen auf Tour

Man kann sich natürlich in Berlin auch, wie in allen anderen großen Städten in einen Bus setzen und die Sehenswürdigkeiten abklappern, man kann, man muss aber zum Glück nicht. Denn wenn man ehrlich ist, dann sind diese klassischen Bustouren für Touristen meistens recht langweilig und ihr Geld nicht wert. Der einzige Spaßfaktor ist hier, die eigenen Fremdsprachenkenntnisse am Audioguide zu testen, um zu schauen, ob man nicht vielleicht doch das eine oder andere Wort Hebräisch oder Chinesisch versteht.


Aber Berlin wäre nicht Berlin, wenn es nicht eine kreative Alternative oder zwei bieten würde. Die erste alternative zur Touristen-Fallen-Busrundfahrt, ist die
Linie 100 bzw. 200 der Berliner Verkehrsbetriebe. Erstere führt an den wichtigsten, zentralen Sehenswürdigkeiten entlang, zwischen Alexanderplatz und Bahnhof Zoo. Das Tagesticket fürs BVG Netz gibt es zum Preis von 6,30€, anstelle von ca. 20€ bei den Sightseeing Bussen, die größtenteils die gleiche Strecke abfahren. Zwar gibt es keinen Audiokommentar, aber den kann man durch den Reiseführer in der Hand ersetzen. Die 200er Linie ist ebenfalls sehr beliebt bei Berlin Besuchern, sie fährt zu einem großen Teil auf der gleichen Strecke wie der 100er, macht dann aber einen Schlenker am Potsdamer Platz vorbei bis nach Prenzlauerberg.

Wer auf den Audiokommentar partout nicht verzichten will oder kann, kann sich auch an Bord eines der vielen Dampfer einschiffen, die die Spree unsicher machen. Die gibt es schon ab 10€ aufwärts und führt an der Museumsinsel, dem Regierungsviertel, der East Side Gallery und den Molecular Men vorbei.

Ähnlich gemütlich geht es bei den Rikscha Touren zu. Im Winter eingemummelt in Schafsfell mit Glühwein und Gebäck, und ganzjährig mit einem strampelnden Fahrer, der an allen gewünschten Sehenswürdigkeiten vorbeiradelt und kurzatmig und -weilig, deren Geschichten zum Besten gibt.

Wem auch das noch zu gemütlich ist, kann auch selber Fuß anlegen. Entweder indem man sich ein Rikscha mietet, oder ein ganz klassisches Fahrrad. Berlin ist zum Glück größtenteils flach und somit bestens geeignet, um mit dem Fahrrad erkundet zu werden. Außerdem laden die vielen Fahrradverleihe dazu ein, die Stadt sportlich zu erkunden. Es gibt auch kombinierte Angebote, zum Beispiel von Fat Tire Bikes, bei denen man auf gemütlichen Fahrrädern und mit hochmotivierten Führern von einer Station zur nächsten kurvt.

Falls Sie sich dafür nicht so richtig fit fühlen sollten, Berlin aber trotzdem mit allen sechs Sinnen - inklusive Gleichgewichtssinn - wahrnehmen wollen, können sie auch eine Segwaytour buchen. Die Fahrt auf den elektrischen Zweirädern, die man stante pede bedient, ist definitiv ein Blickfang im Berliner Stadtbild.

Es könnte natürlich auch sein, dass sie dem Gewusel auf den hektischen Straßen der Hauptstadt entschweben wollen: Das kann man, mit dem nötigen Kleingeld, per Heißluftballon, Helikopter oder Wasserflugzeug. Ein Rundflug rund um den Fernsehturm ist ein garantiert unvergessliches Erlebnis. Für den schmaleren Geldbeutel können sie auch anders in die Luft gehen. Der WELT-Ballon ist mittlerweile selbst ein Wahrzeichen der Stadt geworden und eine viertelstündige Fahrt kostet maximal 19,50€. Die Weite des Blicks und das Gefühl zu schweben sind einzigartig! Aber nichts für Leute mit Höhenangst.

Wer sich in der Tiefe wohler fühlt, setzt sich einen dieser schicken gelben Helme auf, fährt zum Alexanderplatz und setzt sich in ein U-Bahn Cabrio. Ein freundlicher Moderator erzählt einem dort alles wissenswerte über die besonderen baulichen Elemente und die generelle Geschichte der U-Bahn Berlins.

Apropos Geschichte Berlins, von dieser sind die Zille Busse ein untrennbarer Teil. In den goldenen 20ern der Stadt waren sie aus dem Stadtbild nicht wegzudenken. Heute rollen sie wieder, in detailverliebten Nachbauten, an Berlins Sehenswürdigkeiten vorbei. Die Informationen gibt es Live auf Deutsch und Englisch.


Wer eine so ungewöhnliche Stadt wie Berlin entdecken will, sollte dies auch auf eine ungewöhnliche Art und Weise tun. Langweilig kann jeder, außer Berlin.
veröffentlicht 14. 02 2011 13:19
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