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Tegel wird beplant

Wenn ein Bebauungsplanverfahren nach der Auslegung der Pläne, der Beteiligung der Öffentlichkeit, dem eventuellen Einarbeiten von Änderungswünschen und der rechtlichen Prüfung weitgehend abgeschlossen ist, muss die Planung nur noch von einem Bezirksamt oder dem Senat beschlossen werden, dann kann man es im Gesetz- und Verordnungsblatt von Berlin veröffentlichen und damit festsetzen. In Bezug auf den Flughafen Tegel ist genau dies gerade geschehen: Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt hat die Aufstellung des Bebauungsplans beschlossen und schafft damit die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Entwicklung eines Stadtquartiers auf einem Teil des Flughafengeländes, wenn der Flugverkehr dort aufgehoben ist.

Auf einer 48 Hektar großen Fläche auf dem östlichen Flugfeld, die bis zum Kurt-Schumacher-Platz und dem U-Bahnhof Scharnweberstraße reicht und die künftige "Urban Tech Republic" in den derzeitigen Flughafengebäuden anbindet, soll nach Willen der Senatsverwaltung das Schumacher-Quartier entstehen - Ende Juni stellten wir die Planungen vor.

10.000 Menschen sollen in dem Quartier einmal wohnen, und darauf gründete der für Bauen und Wohnen zuständige Staatssekretär Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup auch sein Lob für die Planungen. „An diesem Ort soll entstehen, was Berlin am dringendsten braucht. Deshalb planen wir ein Stadtquartier der Zukunft mit bezahlbarem Wohnraum, mit Schulen und Kitas - ganz in der Nähe von zahlreichen Arbeitsplätzen und vorhandenen Grün- und Landschaftsräumen.“ Hohe städtebauliche Qualität, spannende funktionale und soziale Mischung, architektonische Vielfalt, breit gefächertes Wohnungsangebot für alle Bevölkerungsgruppen - positiver ist ein Wohnungsbauprojekt kaum zu verkaufen.

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So sah der Siegerentwurf des Wettbewerbs für das Schumacher Quartier von der scheuvens + wachten plus planungsgesellschaft mbH aus Dortmund aus. Rechts oben ist der Kurt-Schumacher-Platz.  Foto:SenStadtUm

Auf die Diskussion, ob der Flughafen Tegel überhaupt schließen kann, wird in der Babauungsplanung natürlich nicht eingegangen - sie dürfte aber noch nicht abgeschlossen sein. So hat die Deutsche Flugsicherung festgestellt, dass BER und Tegel parallel betrieben werden können -  was nötig ist, weil die Flugbereitschaft, die für den Staats-, Regierungs- und Parlamentsflugbetrieb zuständig ist, auch nach der eventuellen Eröffnung Schönefelds sechs Monate länger in Tegel-Nord bleiben müsste, weil das Regierungsterminal nicht früher fertig wird. Wann umgezogen wird, ist offen (Planung ursprünglich: 2. Juni 2012, derzeit: November 2017), und zu der Geschwindigkeit des Umzuges sollte man wohl auch keine Aussagen machen. Und dann läuft da noch die zweite Stufe des Volksbegehrens "Berlin braucht Tegel". Es wird kaum großen Folgen haben, aber die Berlinerinnen und Berliner können noch bis zum 20. März 2017 in den Bürgerämtern ihre Stimme dafür abgeben. Vielleicht siegt ja aber auch die Einsicht, dass man die Luft nicht noch mehr belasten müsste und man die Zahl der Fluggäste nicht weiter erhöht - für den derzeitigen Luftverkehr reicht die Kapazität von BER ja wahrscheinlich noch aus, wenn er in nicht allzu ferner Zukunft eröffnet.

 
veröffentlicht 29. 11 2016 15:15
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