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Straße fertig, Viertel kommt noch ...

Viele Jahrzehnte war die Heidestraße nur eine Umgehung Ost-Berlins und bot einen wahrhaft tristen Anblick. Nun wurde sie fast drei Jahre lang vollständig neu errichtet und der Verkehrssenator Andreas Geisel konnte sie fünf Monate früher als gedacht für den Verkehr freigeben. Jetzt fehlen nur noch ein paar Gebäude, damit in der zentralen Lage ein Viertel zum Wohnen entsteht, in dem sich auch noch Büros, Einzelhandel und Gewerbe sowie Freizeitangebote finden sollen.

Verkehrstechnisch sieht zwischen der Invaliden- und der Perleberger/Fennstraße aber schon mal alles gut aus. Die etwa 1,2 Kilometer lange Straße hat zwei Fahrspuren je Richtung mit Parkmöglichkeiten sowie 2,35 m breite Radfahrstreifen auf beiden Seiten. Aus zwei wurden drei Bushaltestellen und die Gehwege sind mit fast sieben Metern Breite ausgesprochen großzügig angelegt. Dass auch noch 137 Bäume gepflanzt wurden, Hainbuchen im Mittelstreifen und Ulmen entlang der Gehwege, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man sich hier auch einmal in Straßencafés niederlassen kann. Und damit sich auch Fußgänger in Zukunft hier wohlfühlen, hat man sieben neue Ampelanlagen gebaut. "Die Heidestraße führte früher durch eine Stadtbrache, in Zukunft wird sie die Hauptstraße der Europacity sein“, erklärte Andreas Geisel denn auch zur Eröffnung der rund 9,5 Mio. Euro teuren Straße.

Damit das Viertel mit dem etwas hochtrabenden Namen möglichst reibungslos entstehen kann, wurden beim Straßenbau auch möglichst viele Leitungsbauarbeiten erledigt. Fast alle Ver- und Entsorgungsunternehmen sowie zahlreiche Telekommunikationsanbieter haben ihre Leitungen verlegt – mal sehen, wie oft dennoch wieder aufgebuddelt wird.

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Die "Europacity" auf dem ehemaligen Bahngelände. Der Spandauer Schifffahrtskanal war früher Grenze, unten verläuft die Invalidenstraße, links liegt der Fritz-Schloß-Park mit dem Poststadion und am oberen Bildrand kann man erkennen, wie nahe der Flugplatz Tegel am Stadtzentrum liegt.  Foto: CA Immo; Visualisierung: Bünck+Fehse; Luftbild: Dirk Laubner

Gebaut wird nämlich noch ziemlich viel. In der rund 40 Hektar großen „Europacity“ soll es einmal gut 2800 Wohnungen und 9000 Arbeitsplätze geben, und der Tour Total sowie der im Bau befindliche Firmensitz einer Netzagentur geben schon einen Eindruck davon, wie sich das frühere Bahngelände entwickeln soll.

Entstehen soll nach dem Masterplan eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Geschäften und Kultur. Die Wohnungen sollen schwerpunktmäßig am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal entstehen, an den Bahngleisen im Westen des Geländes vor allem Büros und Gewerberäume. Hier wird auch höher gebaut, sonst will man sich an die Traufhöhe halten. In der Nähe des Hamburger Bahnhofs hofft man gar auf einen „Kunstcampus“, die Nähe des Museums für Gegenwart soll hier kulturelle Nutzungen ermöglichen.

Was aber letztlich aus dem Gebiet wird, hängt wohl davon ab, wie viele Menschen hier wohnen. Werden fast nur Luxuswohnungen an Anleger aus aller Welt verkauft, dann steht dem kargen Büroviertel nicht viel entgegen …

veröffentlicht 04. 07 2016 15:30
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