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Luxus Wohnen

Der Wohnungsbestand in Berlin sei im Jahr 2015 um 10 877 (+0,6 Prozent) gestiegen, teilte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am 19. Juli mit. Es seien 8 718 Wohnungen in Neubauten hinzugekommen, dazu kamen Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden minus der wegen Nutzungsänderung, Zusammenlegung oder Abbruch entfallenden Wohnungen.

Nun liegt der Anteil der für ärmere Bevolkerungsschichten „leistbaren“ Wohnungen darunter im minimalen Bereich, in Relation zu der Bevölkerungszahl oder zu sozialen Aspekten setzten die Statistiker die Angaben allerdings nicht.

Dies liegt wahrscheinlich daran, dass man die genauen Zahlen der hier lebenden Menschen gar nicht mehr kennt. Als Quelle ihrer Angaben nennt das Amt für Statistik die Zahlen der Einwohnerregisterstatistik, die halbjährlich mit den Daten des Einwohnermelderegisters Berlin erstellt wird. Nun wurde das Meldegesetz zwar vor einem guten halben Jahr geändert, es wäre aber immer noch eine interessante Frage, wie weit die Zahlen der Meldebehörden (also der schwer zugänglichen Bürgerämter) mit der Wirklichkeit übereinstimmen.

Nach Angaben des Statistikamtes hatten Ende des Jahres 2015 etwa 3 610 000 Personen melderechtlich ihren Hauptwohnsitz in Berlin, darunter rund 621 000 Ausländerinnen und Ausländer. Im Vergleich zum Anfang des Jahres sollen das ca. 250 mehr Deutsche und 48 000 mehr Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit gewesen sein. Immerhin hat man ungefähr 18 000 Syrerinnen und Syrer erfasst.

Dass ein Zuwachs an Mietwohnungen im niedrigen vierstelligen Bereich pro Jahr nicht ganz dazu passt, gibt die Verwaltung indirekt sogar zu. So bezifferte die Senatsbauverwaltung den Bedarf an neu zu bauenden Wohnungen bis 2025 mit rund 137.000 ("Stadtentwicklungsplan Wohnen"). Dass darunter auch welche für ärmere Berlinerinnen und Berliner sein müssten, ist offensichtlich ein zu vernachlässigendes Problem, das sich vielleicht schon selbst erledigt hat: „Der Verdrängungsprozess läuft längst. Bis zum S-Bahn-Ring ist Berlin bereits Hartz-IV- frei“ klagte vor einigen Wochen Klaus Lederer, der Landeschef der Linken (Tagesspiegel). Dann kann ja nicht mehr viel passieren und das Neuköllner Sozialamt ist bestimmt auch nicht mehr das größte im Land ...

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Gibt es viel zu selten: Neubauten in der Stadt, auch in dicht besiedelten Kiezen.    Foto: my  

Übrigens sind deutlich mehr als die Hälfte der 320 302 Berliner Wohngebäude (56,9 Prozent) Ein- und Zweifamilienhäuser. Und noch eine interessante Zahl: Bei den im vorigen Jahr fertiggestellten Wohnungen lag der Anteil derer in Ein- und Zweifamilienhäusern in drei Bezirken zwischen 95 und 100 Prozent: in Spandau, in Marzahn-Hellerdorf und in Neukölln.

Will man mehr über den Wohnungsbestand und seine Entwicklung erfahren, kann man dies in einem Statistischen Bericht F I 1 (Fortschreibung des Wohngebäude und Wohnungsbestandes) unter Statistiken/Gebäude und Wohnen finden. Der Bericht für das Jahr 2015 soll Ende Juli herausgegeben werden.

veröffentlicht 19. 07 2016 14:12
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