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Blindgänger in Steglitz

Bauarbeiter stießen am Samstag, den 07.06.2014, bei Grabungsarbeiten auf einen Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg. Der Zustand des 500-Kilo schweren Sprengkörpers wurde vom Landeskriminalamt als sicher eingestuft und die Entschärfung auf Dienstag, den 10.06.2014,  gelegt. So konnten die Beamten die Evakuierung der ca. 5000 Anwohner in Ruhe sorgfältig organisieren. Im Sperrgebiet leben viele Seniorinnen und Senioren, für die eine schnelle Evakuierung schwierig gewesen wäre.

Im zweiten Weltkrieg wurden ungefähr 500.000 Tonnen Sprengmaterial auf Berlin abgeworfen, 15% davon sollen nicht explodiert sein. Demnach schätzen Experten, dass in Berlin noch ca. 3000 Blindgänger existieren. Die meisten Blindgänger aus dem Weltkrieg sind englischer oder amerikanischer Bauart. In dieser Hinsicht ist der Fund in Steglitz eine Besonderheit: Der Blindgänger ist eine deutsche Bombe, die mit einem russischen Zünder versehen wurde. Die Sowjetarmee konnte damals mehrere deutsche Bombendepots erbeuten und stattete die Bomben mit eigenen Zündern aus.

Bei Bauarbeiten werden Blindgänger häufiger entdeckt. Seit 1947 wurden geschätzt 7500 von Experten unschädlich gemacht. Nicht immer geht der Fund einer solchen Bombe gut aus. 1994 Jahr trafen Bauarbeiter den Zünder einer Bombe in Friedrichshain. Drei Menschen kamen dabei ums Leben. Das Sperrgebiet in Steglitz ist eine notwendige Maßnahme, um solche Konsequenzen im schlimmsten Fall zu vermeiden. Für die Anwohner, die nicht bei Freunden oder Familie unter kommen konnten, hatte das Bezirksamt Sammelstellen in Sporthallen organisiert. Die Polizei hatte die Betroffenen vorab mit Flugblättern über die Situation informiert. Die Entschärfung verlief reibungslos und schnell, um ca. 13:45 Uhr kam die entwarnung und die Anwohner konnten in ihre Wohnungen zurück.

veröffentlicht 11. 06 2014 11:24
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