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Die soziale Seite des Schwimmens

Je schöner das Wetter, desto mehr Menschen genießen die Freibäder und die Badestellen an den zahlreichen Gewässern der Stadt. Allerdings müssen auch immer mehr Berlinerinnen und Berliner auf dieses Vergnügen verzichten – die Zahl der Nichtschwimmer wächst.

Verteilt ist der Anteil der Nicht-Schwimmfähigen sehr unterschiedlich. So zeigen sportwissenschaftliche Untersuchungen, dass sie in Ballungsräumen viel häufiger vertreten sind als auf dem Land, dass sie meist die einfachen Schulformen besuchen und dass sie überproportional oft der islamischen Religionszugehörigkeit angehören. In Berlin gibt es also sehr viele Nichtschwimmer.

Bundesweit hat laut DLRG nur die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen nach Ende ihrer Grundschulzeit ein Jugendschwimmabzeichen erworben. Dieser Nachweis, richtig schwimmen zu können, ist also nicht mehr so beliebt wie bei einer Generation zuvor, und bei den Älteren Berlinerinnen und Berlinern kommt das Schwimmenlernen kaum noch vor.

Die Berliner Bildungsverwaltung nennt Nichtschwimmerquoten am Ende der 3. Klasse, die in den Bezirken höchst unterschiedlich ausfallen. In Neukölln konnten vier von zehn Kindern nicht schwimmen, in Pankow und Zehlendorf waren es keine sechs Prozent. Nun kann man feststellen, dass ein Besuch im Wann- oder im Müggelsee angenehmer ausfällt als im Columbia- oder im Prinzenbad, mit dem Zustand abfinden geht aber auch nicht. So hat das Bezirksamt Neukölln vor einem Jahr ein Wassergewöhnungsprojekt „Neuköllner Schwimmbär" gestartet, weil man merkte, dass vielen Kindern noch nie schwimmen waren – und wer noch nie im Freibad oder an einem See war, lernt auch nicht angstfrei Schwimmen. Im vorigen Jahr konnten in Neukölln jedenfalls 500 Mädchen und Jungen aus zweiten Klassen mitmachen, dieses Jahr sollen es 800 Kinder aus 14 Schulen sein. Wobei auch ein Verein mitmacht, denn jede Klasse wird von vier Schwimmtrainerinnen und -trainern der SG Neukölln betreut. Die Kinder lernen dabei übrigens Grundsätzliches und üben im Wasser das Atmen, Schweben, Gleiten und Tauchen – das Schwimmen kommt dann fast von allein. 
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Haben sich ans Wasser gewöhnt: Neuköllner Kinder aus der zweiten Klasse der Richard-Schule mit ihrer Bürgermeisterin Dr. Franziska Giffey.  Foto: Stefan Schäfer

Finanziert wird das Projekt übrigens durch das örtliche Bezirksamt, weitere Spender und Sponsoren und an allererster Stelle ein Bonusprogramm für Schulen in schwieriger Lage des Landes Berlin.

veröffentlicht 31. 05 2016 10:08
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