Home

Schloss Charlottenburg in alter Form

Man hat es schon mal besichtigt, aber mit großer Wahrscheinlichkeit ist das schon eine Weile her. Insofern könnte es interessant sein, dass sich ein Besuch im Schloss Charlottenburg mal wieder lohnen könnte: Die "Hüllensanierung" des zentralen Schlossbereichs ist abgeschlossen, und das auch noch termin- und kostengerecht.

Fassaden und Dächer des sogenannten Alten Schlosses, also des Kernbaus und ursprünglichen Schlosses der Königin Sophie Charlotte (1668-1705) mit dem Turm sind nach fünf Jahren saniert. Mit dem Abschluss der Arbeiten sind nun auch die barocken Wohn- und Paradekammern von Sophie Charlotte und König Friedrich I. (1657-1713) wieder zugänglich. In den königlichen Wohnungen restaurierte man auch verschiedene Kunstwerke und Objekte und ergänzte die Ausstattung. Zudem gibt es jetzt einen Aufzug ins Obergeschoss und die 16,3 Millionen Euro teure Sanierung erfolgte energetisch, was man in Zukunft hoffentlich nicht optisch wahrnehmen kann.

Noch saniert werden müssen die Fassaden und Dächer der Großen Orangerie und des Theaterbaus; dies soll in den kommenden Jahren im Rahmen des zweiten Sonderinvestitionsprogramms passieren.
SchlossCharlottenburg_gläsernesSchlafzimmer.jpgDas gläserne Schlafgemach im Schloss Charlottenburg Foto: © SPSG / Foto: Daniel Lindner

Im Innern kann die SPSG dank eines Vermächtnisses bis 2019 das Paradebett König Friedrichs I. wieder in Form bringen. Friedrich der Große (1712-1786) hatte es nach dem Siebenjährigen Krieg, in dem es zerstört wurde, wiederherstellen lassen und es diente "vielen fürstlichen Personen an ihren Vermählungstagen zum Beylager". Das Bett symbolisierte also den dynastischen Fortbestand, bei Vermählungsfeiern der Hohenzollern brachte sogar das Königspaar Braut und Bräutigam zu Bett. Den ramponierten Zustand der Schlafstatt, die von 1893 bis 1943 im Berliner Schloss auch noch als Gästebett genutzt wurde, verbesserte man nun mit der Restaurierung des Damasts, rekonstruierten Matratzen sowie verzierenden Silberposamenten. Auch die 2006 angekaufte, nach einem Gemälde von Jean-Baptiste Pater (1695-1736) gefertigte Tapisserie "Der gestohlene Kuss" ist wieder zu sehen, die um 1745 in der Berliner Tapisserie-Manufaktur von Charles Vigne entstand und von Wilhelm II. im Exil verscherbelt wurde. Man kann sich's also wieder mal ansehen ...
SchlossCharlottenburg_Porzellankammer.jpgSpiegelte die wirtschaftlichen Möglichkeiten: die Porzellankammer  Foto: © SPSG / Foto: Leo Seidel

Alle Daten über das Schloss Charlottenburg findet man unter
www.spsg.de/schloesser-gaerten/objekt/schloss-charlottenburg/

veröffentlicht 29. 09 2017 15:52
Trackback | Permalink | 0 Kommentar(e) anzeigen | Kommentar eingeben
Rock&Pop Tickets bei www.eventim.de