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Echtes Wohnungsproblem

Haben Sie ein Zimmer frei, das Sie günstig an einen Studenten oder eine Studentin vermieten könnten? Wenn Sie eine gute Tat vollbringen möchten, bieten Sie sie an, zum Beispiel in der Wohnraumbörse des Studentenwerks oder in einer in der Nähe gelegenen Universität und Hochschule. Nötig wäre es, da im jetzt startenden Wintersemester gut 34.000 junge Männer und Frauen ihr Studium in Berlin beginnen, mehrere tausend aber noch kein Dach über dem Kopf haben.

Ein bezahlbares Zimmer oder gar eine günstige Wohnung zu finden, wird in der Stadt immer unmöglicher, und die Warteliste für einen Platz in einem Studentenwohnheim wird immer länger: Verzeichnete das Studentenwerk vor einem Jahr noch 2.000 Bewerber, sind es jetzt mehr als 3.000 - kein Wunder bei durchschnittlich 217 Euro, die für einen der rund 9.500 Heimplätze des Studentenwerks im Monat fällig sind.

Zimmer in WGs sind noch deutlich teurer, zeigte eine gerade veröffentlichte Studie der Empirica AG zu den Mietkosten für Studenten. In dem deutschlandweiten Vergleich der Warmmieten von unmöblierten Zimmern in Wohngemeinschaften liegen die Angebote in Berlin zwischen 335 und 450 Euro und damit im Städtevergleich im Mittelfeld. Die Mieten seien in vier Jahren um nur ein Viertel gestiegen, sagt die Untersuchung allerdings auch.
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Typisches Wohnheimzimmer: klein, preiswert und schon besetzt.  Foto: Studentenwerk Berlin

Betrachtet man zu den Kosten das in der Regel verfügbare Geld (der Bafög-Regelbedarf wurde gerade auf 649 Euro angehoben, wovon für die Unterkunft 250 Euro angesetzt werden), so wird deutlich, wie schwierig die Suche für die meisten angehenden Studis ist. Gibt es ein preiswertes Zimmer, tobt der Konkurrenzkampf, und steht man auf Platz 3001 der Wohnheim-Warteliste, hilft das auch nicht weiter. Die auf zehn Semester abgesenkte höchste Wohndauer in den Heimen des Studentenwerks kann die Wartezeit zwar etwas verkürzen, nutzt auf die Schnelle aber gar nichts. Sie stellt für die Bewohner vor allem einen echten Zwang dar, die Studiendauer nicht zu überschreiten, in der Realität kommt dies aber häufig vor. Und dass der Senat bis 2020 neue 5.000 Wohnheimplätze schaffen will, kann man sich kaum vorstellen; über den Bau preiswerten Wohnraums werden bisher ja vor allem nur Absichtserklärungen abgegeben. Drum: Vermieten, wenn's möglich ist.

 

veröffentlicht 10. 10 2016 15:10
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