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Tegels Landung am Flughafen Zukunft

Der Flughafen Tempelhof ist bereits geschlossen worden. Viele Ideen schwirrten und schwirren den Flugzeugen gleich immer noch im Raum, wie man dieses 300ha große Areal im Herzen Berlins weiter nutzen kann. Mittlerweile kann man dort im Park spazieren gehen, Modemessen besuchen oder Sportlern bei Turnieren und Trainings zuschauen. Ein wirkliches Konzept fehlt.

Und Tegel? Seit 1996 steht der Beschluss fest, dass zugunsten des Schönefelder Flughafens Berlin Brandenburg International, Tegel die Türen schließen muss. 2009 fiel der Beschluss, dass Tegel zum sogenannten "Forschungs- und Industriepark Zukunftstechnologien" umgebaut wird. Auf der eigenen Webseite heißt es, dass Berlin damit auf die Anforderungen moderner Industrien reagiere. Gleichzeitig werde den Berlinern ein Stück Stadt- und Landschaftsraum zurückgegeben.

Das heißt für die Tegeler nicht nur, dass sie in Zukunft keinen Fluglärm mehr hören, sondern auch, dass mehr Arbeitsplätze in der Forschung entstehen und die gesamte Gegend beträchtlich aufgewertet wird. Schon jetzt ist der Bezirk rund um den Flughafen wirtschaftlich einer der Erfolgreichsten in Berlin und sollte der Forschungs- und Industriepark Wirklichkeit werden, sind für den Bezirk nach oben hin keine Grenzen gesetzt.
Die Beuth Hochschule für Technik hat bereits ihr Interesse bekundet. Und es deutet alles darauf hin, dass sie auch den Zuschlag bekommt. Bedingungen wie die, dass die Fassade des Terminals bestehen bleiben muss, konnten die Architekten für Hochschule bereits umsetzen: Mensa statt Miles and More Lounge und Hörsaal statt Lautsprecherdurchsage.
Die Vergabe liegt aber nicht in alleiniger Hand der Berliner Landesregierung: die Bürger der Stadt können jederzeit Widersprüche stellen und Vorschläge einreichen. So will sich die Verwaltung wahrscheinlich vor einem zweitem "Stuttgart 21" oder Tempelhofchaos absichern.

Insgesamt läuft der ganze Prozess sehr viel strukturierter ab als das in Tempelhof der Fall war. Für Tegel gab es nie verrückte Ideenwettbewerbe, bei denen die nicht unkreativen Berliner sich Dinge wie ein riesiges Rotlichtviertel oder einen 1000 Meter hohen künstlichen Berg einfielen ließen. Berlins Norden scheint gesitteter zu sein. Oder vielleicht ist es auch noch niemanden so wirklich bewusst geworden, dass Tegel derzeit seine letzten Passagiere abfertigt. Schließlich wurde der Flughafen 2007 noch ausgebaut! Die Zeit wird zeigen, ob sich die Berliner wieder dazu hinreißen lassen das Flughafengelände zu besetzen oder ob sie diesmal einfach nur zufrieden sind mit dem was da in ihrer Nachbarschaft geschieht. Rauchen werden in Tegel künftig jedenfalls die Köpfe und nicht mehr die Turbinen.
veröffentlicht 11. 02 2011 16:27
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