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Kriminalstatistik jetzt online

Seit gestern kann man sich die Polizeiliche Kriminalstatistik, die Lagedarstellung der politisch motivierten Kriminalität und den Berliner Kriminalitätsatlas für das Jahr 2015 im Internet ansehen. Tut man es, werden viele Erfahrungen bestätigt - man findet aber auch Überraschungen. Die Ergebnisse wurden zu Jahressanfang zwar bereits in Kurzfassungen vorgestellt, jetzt kann man sie sich aber in aller Ausführlichkeit zu Gemüte führen. 

Und was steht noch mal in der Kriminalstatistik des vorigen Jahres? Viel Erfreuliches, über das gern berichtet wird: Mord und Totschlag passierte seltener, Rohheits- und Sexualdelikte waren rückläufig, im öffentlichen Raum und in den Verkehrsmitteln soll die Gewalt auch deutlich zurückgegangen sein. "Die Zahl der Gewalttaten ist auf ein neues langjähriges Rekordtief gesunken, auf den niedrigsten Stand seit Mitte der 90er Jahre", teilte die Innenverwaltung mit. Anders als in den meisten anderen Ländern sei auch die Zahl der Wohnraumeinbrüche zurückgegangen. Zugenommen haben eigentlich nur Taschen- und Ladendiebstähle sowie Kellereinbrüche. Und es wurden deutlich mehr Fahrräder geklaut ... 

In der ausführlichen Kriminalstatistik findet man aber nicht nur die Fallzahlen, sondern zum Beispiel auch Angaben über die Tatverdächtigen: Wie viele Jugendliche waren darunter, wie groß ist bei verschiedenen Straftaten der Anteil der Straftäter mit fremder Staatsangehörigkeit, welche Rolle spielt der Alkohol bei den Taten? Man erfährt Zahlen zu Intensivtätern und zur Gewalt an Schulen und in Verkehrsmitteln. Man kann nachlesen, welche Waffen verwendet wurden und es wird auch über die Opfer berichtet.

All das kann man im Kriminalitätsatlas dann noch räumlich besser nachvollziehen und zum Beispiel die manchmal großen Unterschiede in den Bezirken erkennen. Klar wird in armen und in touristenreichen Vierteln viel geklaut, aber warum passieren schwere Körperverletzungen nicht nur in Mitte und Kreuzberg sehr häufig, sondern auch in der Köpenicker Dammvorstadt oder in Tegel? Und wie dehnen sich belastete Gebiete aus? Passieren in Alt-Treptow mittlerweile ebenso viele Raubtaten wie im benachbarten SO 36 und im Neuköllner Norden? Die Antworten muss die Politik geben, aber einen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten die Statistiken schon. Man selbst denkt vielleicht vor dem nächsten Umzug daran, und die Polizei wird ihre Arbeit wohl auch darauf einstellen. 

Man findet die Kriminalstatistik, die Lagedarstellung der politisch motivierten Kriminalität und den Kriminalitätsatlas hier
 

veröffentlicht 22. 07 2016 11:12
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