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Holbein in Berlin

Die Ausstellung gruppiert sich um ein ein Hauptwerk der deutschen Malerei, das von Kunsthistorikern gern mit der Felsgrottenmadonna von Leonardo da Vinci und mit Raffaels Sixtinischer Madonna verglichen wird - um die "Madonna des Bürgermeisters Meyer" von Hans Holbein dem Jüngeren (1497–1543). Das nach seinem langfristigen Ausstellungsort auch "Darmstädter Madonna" genannte, 1526 in Basel entstandene Werk wurde 2011 für angeblich rund 50 Millionen Euro von dem Unternehmer und Kunstsammler Reinhold Würth erstanden und ist damit eines der am teuersten verkauften Gemälde überhaupt. Es ist auch im Verzeichnis national wertvoller Kulturgüter registriert und darf nicht aus Deutschland ausgeführt werden. Nicht ganz so bedeutend ist sein jetziger Ausstellungsort - die Madonna hängt seit 2012 in Schwäbisch Hall. Über die unglaublich spannende, fast ein halbes Jahrtausend währende Geschichte des Bildes erfahren Sie eine Menge hier.

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Zu sehen ist auf dem Bild der Auftraggeber des Gemäldes, der Basler Bürgermeister Jakob Meyer zum Hasen, und auf der rechten Seite seine verstorbene, verschleierte Frau Magdalena, seine damalige Frau Dorothea und seine Tochter Anna, alle rund um Maria mit dem Jesuskind gruppiert. Es wird angenommen, dass Jakob Meyer sich damit zum katholischen Glauben bekennen und seine Distanz zur Reformation darstellen wollte. Interessante Erklärungen zu dem Gemälde findet man hier 

Hans Holbein der Jüngere zählte zu den größten Porträtmalern der Renaissance. In der Ausstellung werden seiner Darmstädter Madonna eine Reihe eigener Werke, Bilder seines Vaters Hans Holbein des Älteren und seines Bruders Ambrosius gegenübergestellt. Auch mit Skulpturen und Teppichkunst wird erklärt, wie und vor welchen Hintergründen das Bild entstehen konnte.

Den lebendigen Bildniszeichnungen von Hans Holbein d. Ä. stehen Zeichnungen seines Sohnes gegenüber - Hans Holbein der Jüngere konnte von seinem Vater eine Menge lernen. Die Arbeiten entstanden in Basel und in London, wo Hans Holbein d.J. ab 1532 als Hofmaler König Heinrichs VIII. lebte. Vervollständigt wird die Ausstellung durch vier herausragende Porträttafeln des jüngeren Holbein, darunter das Bildnis des Kaufmanns Georg Gisze, das als Gegenstück zur Madonna des Jakob Meyer aufgefasst werden kann und ebenso die Kunst des Porträts im 16. Jahrhundert prägte.

Mehr über die noch bis zum 8. Mai 2016 laufende Ausstellung im Bode-Museum finden Sie hier.
Daten und Stadtplan 

veröffentlicht 28. 01 2016 16:59
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