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Ein verstecktes Museum

Gatow zählt unter den Besuchern Berlins zu den am wenigsten besuchten Stadtteilen - außer es handelt sich um (meist) Männer, die sich außerordentlich für die Entwicklung der Luftfahrt interessieren. Und selbst diese Gruppe wird eher das Museum für Verkehr und Technik besuchen, als sich in einen Vorort der Stadt Spandau bei Berlin aufzumachen.
Dabei gibt es auf dem ehemaligen Flugplatz die größte Sammlung historischer Flugzeuge in Deutschland. Nach Abzug der britischen Flughafenbetreiber eröffnete man 1995 das „Luftwaffenmuseum der Bundeswehr“, seit 2011 lautet der Name „Militärhistorisches Museum der Bundeswehr – Flugplatz Berlin Gatow“, was organisatorische (Außenstelle des Dresdener Museums) und inhaltliche Ursachen hat (nicht nur militärisches Gerät, auch die politischen und gesellschaftlichen Begleitumstände werden gezeigt).
Wie die meisten militärischen Anlagen in Deutschland wurde der Flughafen Gatow Mitte der 30er Jahre angelegt, mit Luftkriegsschulen und -akademien als Kaderschmiede für Luftwaffen-Offiziere. Von 1945 bis 1994 hatte die Royal Air Force das Hausrecht – worüber die Westberlinerinnen und -berliner sich vor allem während der Luftbrücke freuten. Anschließend richtete die Bundeswehr die „General-Steinhoff-Kaserne“ ein und in den Hangars, dem Tower-Gebäude und dem größten Teil der Start- und Landebahnen entstand das Luftwaffenmuseum der Bundeswehr.
Und das hat erstaunliche Ausmaße: Mehr als 200 Flugzeuge und Hubschrauber sind ausgestellt, dazu Flugabwehrsysteme, Radargeräte, verschiedenste Dienst- und Ausrüstungsgegenstände sowie viele Dokumente - es handelt sich um den größten Teil der luftfahrtgeschichtlichen Sammlung der Bundeswehr. Nirgendwo sonst kann man mehr über die Geschichte der Luftfahrt in Deutschland erfahren.
Die Sammlung soll aber nicht nur die militärische Luftfahrt darstellen, sondern auch die historischen Zusammenhänge deutlich machen. Man kann also viel über Luftkriegsoperationen gegnerischer Streitkräfte in den Weltkriegen oder über Technik und Strategie der Luftfahrt der Alliierten erfahren. Und wenn man über das riesige Gelände oder durch die Ausstellungs-Hangars spaziert, stehen da auch Fluggeräte der Amerikaner und der Russen, der Briten und der Franzosen. Eine solche Sammlung kann es nur in einem Land geben, das einmal zu beiden Blöcken gehörte, in die die Welt lange geteilt war.
Das Militärhistorische Museum, Am Flugplatz Gatow 33 in 14089 Berlin, ist täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Die Anreise mit Bus und Bahn dauert etwas, die nächste Haltestelle (Bus 135) ist auch einen guten Kilometer entfernt. Da die Ausstellungsflächen sehr groß sind, kann man auch mit dem Fahrrad herumfahren. Nähere Infos findet man unter www.mhm-gatow.de

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100 Jahre Flugzeuggeschichte in einem Hangar – in Gatow kann man die ersten Flugversuche ebenso nacherleben wie den Wandel der Technik vor allem in kriegerischen Zeiten …

Und das hat erstaunliche Ausmaße: Mehr als 200 Flugzeuge und Hubschrauber sind ausgestellt, dazu Flugabwehrsysteme, Radargeräte, verschiedenste Dienst- und Ausrüstungsgegenstände sowie viele Dokumente - es handelt sich um den größten Teil der luftfahrtgeschichtlichen Sammlung der Bundeswehr. Nirgendwo sonst kann man mehr über die Geschichte der Luftfahrt in Deutschland erfahren.

Die Sammlung soll aber nicht nur die militärische Luftfahrt darstellen, sondern auch die historischen Zusammenhänge deutlich machen. Man kann also viel über Luftkriegsoperationen gegnerischer Streitkräfte in den Weltkriegen oder über Technik und Strategie der Luftfahrt der Alliierten erfahren. Und wenn man über das riesige Gelände oder durch die Ausstellungs-Hangars spaziert, stehen da auch Fluggeräte der Amerikaner und der Russen, der Briten und der Franzosen. Eine solche Sammlung kann es nur in einem Land geben, das einmal zu beiden Blöcken gehörte, in die die Welt lange geteilt war. my 

Die Adresse finden Sie hier

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Fluggeräte aus der Zeit des 1. Weltkrieges: Der Zeppelin stammte nicht von Zeppelin, sondern war ein Schütte Lanz SL2 – dasim Mai 1914 größte, schnellste und tragfähigste Luftschiff der Welt. 19 Stück schaffte die kaiserliche Armee an, das Modell wurde im Maßstab 1:20 gebaut. Das nach seiner Form „Rumpler Taube“ benannte stoffbespannte Eindecker war vor 1914 das übliche Schulflugzeug. Seine Spitzengeschwindigkeit: 100 km/h. Die Fokker E-III schließlich war das erste Jagdflugzeug, das mit einem synchronisierten Maschinengewehr durch den Propellerkreis schießen konnte – vor 100 Jahren eine bedeutende Erfindung.

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West und Ost friedlich nebeneinander: Vorne ein Starfighter, hinten eine MiG 21. Von dem in den NATO-Staaten meistverbreiteten Mach-2-Jäger besaß die Bundeswehr von 1962 bis 91 genau 916 Exemplare; 292 davon stürzten ab, 108 Piloten verloren ihr Leben. Die MiG 21 wurde ab 1960 rund 18000 mal gebaut, die NVA erhielt 562 Maschinen. Die letzte wurde 1991 außer Dienst gestellt.

 

veröffentlicht 12. 01 2016 11:32
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