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Wohnen in Berlin: Wo, wie, warum?

Wir alle kennen die Schwierigkeiten, in Berlin eine passende Wohnung zu finden. Wer schon länger in der Stadt lebt, äußert seine Verbesserungswünsche meist nur noch klammheimlich und die Neu-Berliner streichen ihre Wunschvorstellungen meist ziemlich schnell zusammen. Bremsen kann das aber kaum jemand - es kommen immer mehr Menschen nach Berlin. Um rund 200.000 Einwohner ist die Stadt in den letzten drei Jahren gewachsen und selbst der Senat schätzt, dass in spätestens zehn Jahren die Vier-Millionen-Grenze überschritten wird.

Dem Bevölkerungsanstieg gegenüber steht die Zahl der neugebauten Wohnungen. In den 2000er-Jahren entstanden jährlich nur rund 3.500 Wohnungen, 2014 kamen knapp 9.000 dazu, 2015 lag der Zuwachs  bei knapp 11.000. Das ist zwar eine Steigerung, nötig wäre aber ein Mehrfaches. Nun wollen oder müssen die Berliner auch gelegentlich umziehen und begeben sich auf die Suche. Die Stadt lockt wie immer viele junge Leute aus dem Bundesgebiet an, die eine Unterkunft brauchen und der Zuzug aus EU-Ländern wird angesichts des wirtschaftlichen Ungleichgewichts auch nicht unbedingt abreißen. Ein Großteil der Flüchtlinge, die es bis hierher geschafft haben, möchte die Familien nachholen und der Wunsch nach Zuwanderung ist in der Welt weit verbreitet. Angesichts der Tatsache, dass sich Bedarf und Neubau seit Jahren immer weiter auseinanderentwickeln, hat der Wohnungsbau derzeit immense Wachstumschancen - zumindest theoretisch.

Berlin-Neustadt-Collage Urs Fuessler.jpgHinweise, wie sich sinnvoll bauen lässt, versucht regelmäßig der Bund Deutscher Architekten zu geben. Nun hatte die BDA Galerie Berlin dazu aufgerufen, für eine Ausstellung Beiträge zur Zukunft des städtischen Wachstums zu liefern, ab Donnerstag kann man sich die Ergebnisse ansehen. Die Überschrift: Welche Alternativen bestehen zur innerstädtischen Verdichtung und zum Siedlungsbau an der Peripherie? Wie sehen wir die Stadt des 21. Jahrhunderts?

Im Prinzip wird dabei die Frage nach einem völlig neuen Städtebau gestellt. Wenn die Lücken im Berliner Stadtbild gefüllt und die Vorortflächen zugebaut sind, sei der nächste Schritt eine neue Stadt, meinen die Veranstalter und stellen daher interessante Fragen: "Kann man heute eine Stadt gründen? Wie würde man heute eine neue Stadt entwerfen? Eine eigene Stadt, vor den Toren Berlins? Eine Stadt des 21. Jahrhunderts?"

Unter "Berlin-Neustadt" kann man sich viel vorstellen - wo soll sie zum Beispiel liegen? Historisch gesehen gründete man Städte oft an Verkehrswegen und in günstiger Lage. Die Nähe zu Ressourcen, zu Produktionsstätten und zu benachbarten Städten wurde ebenso berücksichtigt wie bereits existierende bauliche Strukturen, die den Bau einer neuen Stadt erleichtern würden.

Die Fragen, welche Standortvorteile heute wichtig sind, wie nicht nur gewohnt, sondern auch gearbeitet werden kann, wie man Versorgung, Kultur und Freizeit bereitstellen und das Ganze mit Berlin verbinden könnte, sollten sich die Teilnehmer überlegen. Natürlich sind auch "grundsätzliche Neuerungen politischer und gesellschaftlicher, aber auch wirtschaftlicher Art" gefragt, schließlich trage eine Neustadt als gemeinsames Projekt zum Zusammenwachsen von Berlin und Brandenburg bei, ja sie biete sich sogar "als zukünftige Hauptstadt Berlin-Brandenburgs" an.

Die Ergebnisse des Aufrufs, sich Alternativen zur innerstädtischen Verdichtung und zum Siedlungsbau an der Peripherie zu äberlegen, kann man sich in der BDA Galerie in der Mommsenstr. 64 ansehen - montags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 15 Uhr. Vernissage der bis zum 6. April laufenden Ausstellung ist am 16. Februar 2017 um 19 Uhr. Nähere Informationen findet man unter www.bda-berlin.de.

veröffentlicht 14. 02 2017 13:32
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