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Fünf Millionen können nicht irren

Aber so viele Menschen haben inzwischen das ehemalige Stasi-Gefängnis besucht!

In der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen wird Kulturstaatsministerin Monika Grütters am Mittwoch (11.04.) den fünfmillionsten Besucher des früheren Stasi-Knasts begrüßen, und das ist für solch eine Einrichtung eine erstaunliche Zahl, die kein Häftling jemals für möglich gehalten hätte, wie der Direktor Hubertus Knabe anmerkte. 

Aber die Gedenkstätte leistet natürlch viel Aufklärungsarbeit, und so sind mehr als die Hälfte der jährlich rund 440.000 Besucher Schülerinnen und Schüler. Rund 120.000 Interessierte kommen im Jahr aus dem Ausland und etwa 30.000 mussten 2017 sogar abgewiesen werden, weil die Gedenkstätte ausgebucht war.

Und was ist so spannend in dem Hohenschönhausener Ex-Knast? Seine Gechichte. Der Ort ist wie kaum ein anderer mit politischer Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR verknüpft, und das über einen Zeitraum von 44 Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg richteten die Sowjets ein Speziallager ein, danach ein zentrales sowjetische Untersuchungsgefängnis für Ostdeutschland. Anfang 1951 übernahm das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) das Gefängnis und nutzte es bis Ende 1989 als zentrale Untersuchungshaftanstalt.
Kellergefaengnis-Zellengang_U-Boot_© Gedenkstätte-Hsh_Gvoon.jpgZellengang im Kellergefängnis, "U-Boot" genannt. Foto: © Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen/Gvoon

Das MfS war die Geheimpolizei der SED und als „Schild und Schwert“ das wichtigste Instrument zur Aufrechterhaltung der kommunistischen Diktatur. 91.000 hauptamtliche und 189.000 inoffizielle Mitarbeiter sorgten zuletzt für eine flächendeckende Überwachung der Bevölkerung. Wer Widerstand leistete oder zu flüchten versuchte, kam in eines der insgesamt 17 MfS-Untersuchungsgefängnisse. Gelenkt wurden sie von der Zentrale in Berlin-Hohenschönhausen.

Wer mehr über die Gedenkstätte erfahren will, sollte sie besuchen. Darauf neugierig macht auch die Lektüre der Seiten
http://www.stiftung-hsh.de/,
auf denen man sehr viele Informationen über die Geschichte und über Ausstellungen und Veranstaltungen der Gedenkstätte findet. Spannender kann Geschichte kaum sein.


veröffentlicht 09. 04 2018 15:25
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