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Bildung bestimmt den Lebensstandard

"Das größte Problem in der Welt ist Armut in Verbindung mit fehlender Bildung", erklärte einst Nelson Mandela. Nun sprach er zwar über seine Heimat, die Aussage stimmt in Berlin aber ebenso - das zeigt der Regionale Sozialbericht Berlin und Brandenburg 2015, den das Amt für Statistik gerade veröffentlichte.

Die Hauptaussage darin ist - neben der angenehmen Erkenntnis, dass die Armut insgesamt leicht zurückgegangen sei -, dass die Armutsgefährdungsquote eng mit dem Bildungsgrad zusammenhängt. Bei den Berlinern mit einem niedrigen Bildungsabschluss ist ein gutes Drittel (33,9 Prozent) armutsgefährdet, diejenigen mit mittlerem Bildungsabschluss liegen auf mittlerem Niveau (etwa 13 Prozent) und hohe Bildungsabschlüsse senken die Armutsgefährdung auf einen Wert von 6,4 Prozent. Noch ein wenig deutlicher ist der Unterschied in Familien und Haushalten vom Bildungsstand der- oder desjenigen, der das meiste Geld verdient: Hat der Hauptverdiener keinen Schulabschluss, stehen alle ziemlich schlecht da. Die Statistiker haben dem guten alten Seneca also wieder einmal widersprochen: Es wird nicht für die Schule gelernt, sondern fürs Leben.

Schule_allg.jpgEin Blick auf die Bezirke zeigt dann auch, wie unterschiedlich gelernt und ausgebildet wird. Waren 2014 in Berlin 14,1 Prozent aller Bewohner armutsgefährdet, so lag der Anteil in Neukölln bei 21,5 Prozent, in Spandau bei 18,6 sowie in Mitte (mit Wedding und Tiergarten) und in Friedrichshain-Kreuzberg bei jeweils 18,5 Prozent. Am besten steht mittlerweile Pankow da, wo viele gut ausgebildete junge Leute hinziehen und nur 6,9 Prozent der Einwohner als armutsgefährdet angesehen werden, Steglitz-Zehlendorf folgt mit 7,8 Prozent. Der Durchschnoitt liegt übrigens bei etwa 15 Prozent, bei unter 18-Jährigen etwas höher (18 Prozent) und bei über 65-Jährigen deutlich niedriger (6,7 Prozent). Dass im Ausbildungsalter von 18 bis 25 Jahren das Armutsrisiko mit 25,5 Prozent einen rekordwert erreicht, liegt allerdings an der Tatsache, dass Studenten als arm gelten - aber ihnen geht es später ja in der Regel besser.

Nicht auf Besserung hoffen können hingegen die Langzeitarbeitslosen und ihre Haushalte, mehr als die Hälfte von ihnen (51,9 Prozent) ist von Armut gefährdet. Bei Männern sind die Zahlen übrigens knapp vier Prozent schlechter als bei den Frauen.

Schule wird gebraucht, mehr denn je.

Und auch bei den Zugewanderten sind die Daten alles andere als positiv. Die Armutsgefährdungsquote liegt bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei 25,9, bei der ohne bei 9,8 Prozent (Landesdurchschnitt: 14,1 Prozent). Nun liegen diese Quoten in den letzten zehn Jahren recht stabil, sie werden aufgrund des Bildungsniveaus der derzeit zuwandernden Menschen in Zukunft aber deutlich weiter auseinanderklaffen. Aber wie hieß es schon bei Max und Moritz: Also lautet ein Beschluss: Dass der Mensch was lernen muss ...

Einzusehen ist der Sozialbericht unter www.statistik-berlin-brandenburg.de.

veröffentlicht 26. 02 2016 16:40
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