Home

13.03.2018 - 16.06.2018

Holländische Seeblicke

Zeichnungen aus der Sammlung Barthold Suermondt

Eine neue kleine Kabinettausstellung des Kupferstichkabinetts zeigt in der Gemäldegalerie Zeichnungen, in denen sich niederländischer Meister vor allem des 17. Jahrhunderts mit dem Thema Wasser/Schifffahrt beschäftigen. Sie stammen aus der Sammlung des Unternehmers und Bankiers Barthold Suermondt (1818-1887), der Mitte des 19. Jahrhunderts eine der bedeutendsten privaten Sammlungen von Gemälden und Zeichnungen alter Meister in Deutschland zusammengetragen hatte und sie 1874 den königlichen Museen in Berlin verkaufte. Insgesamt 435 Zeichnungen wanderten in die Bestände des Kupferstichkabinetts, und das in einer Zeit, in der Zeichnungen immer mehr als eigene Kunstwerke aufgefasst wurden und nicht nur als Vorarbeit für "richtige Bilder".
Allart van Everdingen_Kalfatern bei Nacht_1660.jpgAllart van Everdingen, Kalvatern bei Nacht, um 1660 Foto: SMB, Kupferstichkabinett/Volker H.Schneider

Da die Niederlande schon Anfang des 17. Jahrhunderts eine beachtliche Flotte unterhielten, fast die gesamte Frachtschifffahrt Euopas kontrollierten und als "Fuhrleute Europas" galten, bevorzugten dort auch die Künstler das Leben am Wasser als Motiv - sie begeisterten sich für die Seefahrt und förderten diese damit gleichzeitig. Majestätisch ragen Handels- und Kriegsschiffe bei Willem van de Velde d. J. wie Kolosse aus der ruhigen See. Bei Ludolf Bakhuysen wirken die Fischerboote zwergenhaft neben einem Linienschiff mit geblähten Segeln. Mit enormer Detailfreude portraitierte Willem van de Velde d. Ä. die Mehrdecker mit ihren prachtvollen Heckspiegeln.

Doch stellte das Wasser in den Niederlanden auch im Binnenland einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Flüsse und Kanäle, Deiche und Brücken prägen die Landschaft bis heute. Selbst der Blick aus der Ferne wie in den Arbeiten Pieter de Withs und Philips Konincks schließt Segelboote und Kähne auf den Wasserstraßen mit ein. Selten zeigen die Künstler das Wasser unbelebt: Angler, Fischer und Fuhrleute bevölkern die Flüsse und Kanäle in den Darstellungen Jan van Goyens, Adriaen Verbooms und Jan van de Cappelles. Auch Zugbrücken, Schleusen und Wehre in den Zeichnungen Anthonie van Borssoms, Gerard Ter Borchs und Simon de Vliegers zeugen von Nähe der Niederländer zum Wasser und von ihrer Abhängigkeit davon. Und nicht nur für Meeres-Begeisterte ein Grund, wieder einmal die Gemäldegalerie zu besuchen ...
Willem van de Velde dÄ_Rumpf eines Linienschiffes mit aufwendigem Heckspiegel_1665.jpgWillem van de Velde, Rumpf eines Linienschiffes mit aufwendigem Heckspiegel, um 1665. Foto: SMB, Kupferstichkabinett/Dietmar Katz
 


Zur Umkreissuche   Anschrift
Gemäldegalerie
Matthäikirchplatz 4 - 6
10785 Berlin - Mitte
 
Telefon:  030 - 266 29 51
Email:  gg@smb.spk-berlin.de
URL:  www.smb.spk-berlin.de
 
Berühmte Meisterwerke der europäischen Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert in einem modernen Haus im Kulturforum mit viel Tageslicht.
 
 Rubriken: 

Kunst und Kultur
Kunsthistorische Museen

Rock&Pop Tickets bei www.eventim.de