Home

22.03.2018 - 17.05.2018

Weimar - Modellstadt der Moderne? Ambivalenzen des Städtebaus im 20. Jahrhundert

Bauhaus-Museen gibt es in Berlin und Dessau, im kommenden Jahr soll nun auch Weimar eines erhalten. Bei den Planungen hat man sich nach langer Suche für einen spannenden Standort entschieden - das neue Museum wird sich zwischen dem ehemaligen und einzigen "Gauforum" der NS-Diktatur und dem grünen "Kultur-Projekt" der Weimarer Republik, einem Volkspark von nationaler Bedeutung, erheben. Dazu kommt als drittes städtebauliches Projekt der "Lange Jakob", die Antwort der DDR auf das "Gauforum" in Gestalt eines zehnstöckigen Plattenbaus, der als Studentenwohnheim dient und wegen schlechter Ausstattung günstige Preise bietet.

Genauso wie die Stadt ist der Standort ein Fokus der deutschen Geschichte des vorigen Jahrhunderts. Er ist nicht nur der Geburtsort des Bauhauses und die Bühne der Weimarer Republik, sondern auch ein besonderer Spiegel der Diktaturen auf deutschem Boden, woraus man eine Strategie der Topographie der Moderne entwickelte. Die Moderne umfasst dabei in Weimar nicht nur die Zeit des frühen Bauhauses in den Jahren einer hart umkämpften Demokratie, sondern auch umstrittene Projekte und Bauten der beiden äußerst unterschiedlichen Diktaturen auf deutschem Boden. Die Moderne verkörpert die unterschiedlichsten Seiten und Weltanschauungen und ist stilmäßig entsprechend vielfältig.
Weimar_2018.jpgHier das einzige jemals realisierte Gauforum in Weimar, das nacheinander die Namen Platz Adolf Hitlers, Karl-Marx-Platz, Weimarplatz und Jorge-Semprun-Platz erhielt und statt einer "Halle der Volksgemeinschaft" im Hintergrund ein Shopping-Center. Foto: (c) Harald Bodenschatz

Die Ausstellung "Weimar. Modellstadt der Moderne? Ambivalenzen des Städtebaus im 20. Jahrhundert" thematisiert die einzigartige Städtebaugeschichte Weimars im Umfeld des künftigen Bauhaus-Museums und will den Gedanken einer Topographie der Moderne vermitteln. Jetzt wird sie im TU-Architekturmuseum gezeigt, das herzlich zur Eröffnung und Besichtigung einlädt.
  • Bei der Eröffnung am Donnerstag, 22. März, 19 Uhr im Untergeschoss des TU- Architekturgebäudes sprechen der Leiter des TU-Architekturmuseums Dr. Hans-Dieter Nägelke und Prof. Dr. Harald Bodenschatz vom Center for Metropolitan Studies der TU Berlin.
  • Die Ausstellung kann vom 26. März bis 17. Mai 2018 besichtigt werden, montags bis donnerstags von 12 bis 16 Uhr oder nach Vereinbarung.
  • Zur Ausstellung lädt das Architekturmuseum am Freitag, 6. April, von 16.15 bis 18.30 Uhr auch zu einer Tagung ein. Infos dazu hier.
Die Ausstellung war bereits als Auftaktveranstaltung der Triennale der Moderne in Weimar im dortigen alten Bauhaus-Museum zu sehen. Sie entstand im Auftrag der Klassik Stiftung Weimar und dem Bauhausinstitut der Bauhaus-Universität Weimar.




 


Zur Umkreissuche   Anschrift
Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin
Straße des 17. Juni 152
10623 Berlin - Charlottenburg-Wilmersdorf
 
Telefon:  +49 (30)314-23116
Telefax:  +49 (30)314-23116
Email:  architekturmuseum@ub.tu-berlin.de
URL:  architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/
 
Das Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin wurde 1885 als erste öffentliche Architektursammlung Deutschlands gegründet. Es bewahrt überwiegend Architekturzeichnungen preußischer und deutscher Architekten des 19. und 20. Jahrhunderts. Schwere Verluste im Zweiten Weltkrieg reduzierten den Bestand um mehr als die Hälfte auf ca. 20.000 Zeichnungen, inzwischen sind die Bestände wieder auf mehr als 100.000 Zeichnungen und Fotografien angewachsen. Herausragend sind die (Teil-) Nachlässe von Alfred Messel, Hans Poelzig, Otto Kohtz, Hermann Jansen und Hermann Mattern.

Der gesamte inventarisierte Bestand ist online zugänglich.

Die Darstellung auf der Karte ist leider nicht korrekt. Das Architekturmuseum befindet sich an der Ecke Marchstraße / Straße des 17. Juni.
 
 Rubriken: 

Kunst und Kultur
Museen für Gestaltung
Museen für Naturwissenschaft

Rock&Pop Tickets bei www.eventim.de