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15.12.2017 - 30.04.2019

Vis à vis. Asien trifft Europa

Eine Ausstellung des Kunstgewerbemuseums und des Museums für Asiatische Kunst

Um das Schlossgebäude zu füllen, schloss man Anfang 2017 das Museum für Asiatische Kunst in Dahlem, nun zeigt man eine Auswahl seiner Bestände im Rahmen der Reihe "Auf dem Weg zum Humboldt Forum" im Kunstgewerbemuseum. In den dortigen Beständen finden sich viele vergleichbare Werke, so dass man den seit Jahrhunderten bestehenden Austausch zwischen Europa und Asien gut darstellen kann. Die Ausstellung "Vis à vis. Asien trifft Europa" zeigt uns dies an fünf thematischen Beispielen:

- Edle Gebrauchsgegenstände und Kunstwerke aus Horn, Bein und vor allem aus Elfenbein wurden in Europa wie in Asien geschätzt, was Beispiele aus dem 13. bis ins 19. Jahrhundert zeigen.

- Porzellan war in China schon seit Jahrhunderten bekannt, als es im 17. Jahrhundert seinen Weg immer öfter nach Europa fand. Da man es hier schätzte, aber nicht wusste, wie man es herstellt, wurde es so teuer, dass man es "weißes Gold" nannte. Erst 1708 stimmten bei dem Alchemisten und Chemiker Johann Friedrich Böttger in Meißen die Materialmischung und das Brennverfahren. Chinesische, japanische und frühe Meißener Porzellane haben viele Gemeinsamkeiten - damals guckte Europa von Asien ab.
Teekanne_CHINA.jpgTeekanne_KPM.jpgZwei nicht ganz unähnliche Teekannen: Die linke entstand um 1700 in der Provinz Jiangsu in China, die andere um 1735 im Meissen. Nach Meinung der Ausstellungsmacher zeigt die chinesische Steinzeugkanne einen Phönix, die sächsische Porzellan-Replique einen
Hahn - aber Phönixe wurden ja oft als Hähne dargestellt. Fotos © SMB, Kunstgewerbemuseum / Saturia Linke

- Keramiken des Art Nouveau haben viel gemeine mit Gefäßen aus China, Japan und Korea. Die sogenannten "Maîtres du Feu" nahmen ostasiatische Formen und Motive ebenso auf wie farbintensive Laufglasuren. Die ältesten asiatischen Keramiken stammen aus dem 4. Jahrhundert, wirken aber immer noch zeitlos und modern.

- Auch in der Mode lassen sich asiatische Einflüsse seit dem 18. Jahrhundert erkennen und die Pariser Haute Couture griff gerne den japanischen Kimono auf. Der Pariser Modeschöpfer Paul Poiret (1879-1944) befreite Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur die Frauen vom Korsett, er entwarf auch eine Frauenmode, in der sich westliche und fernöstliche Einflüsse mischten.

- Fünftes Beispiel sind Stühle. Hier wurde ein chinesisches Exemplar aus der späten Ming- und frühen Qing-Zeit (15. bis 17. Jahrhundert) neben ein ihm 1943/44 nachempfundenen "Kinastol" des dänischen Möbeltischlers, Designers und Architekten Hans Jørgensen Wegner gestellt. Wegner folgte der körpergerechten Form der chinesischen Vorbilder und übersetzte deren erstaunliche Qualität - die Stühle sind nur zusammengesteckt und nicht verleimt - in vorzüglicher europäischer Handwerkskunst.
Stuhl_Faltstuhl.jpgStuhl_Kinastol.jpgEin chinesischer Faltstuhl aus dem 16.-17. Jahrhundert und sein 1943/44 in Dänemark entworfenes Gegenstück, der "Kinastol". Fotos: © SMB, Museum für Asiatische Kunst/Jürgen Liepe und Kunstgewerbemuseum/Saturia Linke

Die Sammlungen des Museums für Asiatische Kunst und des Ethnologischen Museums werden auch während des Umzugs ins Humboldt Forum für Besucherinnen und Besucher sichtbar bleiben. Unter dem Motto "Auf dem Weg zum Humboldt Forum" finden bis 2019 zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen der außereuropäischen Sammlungen am Kulturforum und auf der Museumsinsel statt. Infos zum Programm finden sich auf www.smb.museum/auf-dem-weg-zum-humboldt-forum.

 


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Kunstgewerbemuseum Berlin
Matthäikirchplatz
10785 Berlin - Mitte
 
Telefon:  030 / 266424242
URL:  http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/kunstgewerbemuseum/home.html
 
 
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