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19.10.2017 - 29.09.2019

Die Krone von Kertsch. Schätze aus Europas Frühzeit

Nach 80 Jahren wieder in Berlin zu sehen

Goldschmuck der Völkerwanderungszeit, silberne Gewandspangen und reich verzierte Gürtel des frühen Mittelalters: Das Museum für Vor- und Frühgeschichte kann Dank der Generalsanierung des Römisch-Germanischen Museums in Köln wieder Teile einer Sammlung zeigen, die vor mehr als 80 Jahren zu ihrem Bestand gehörten. Es handelt sich um Leihgaben, die Johannes Freiherr von Diergardt (1859-1934) dem Museum für Vor- und Frühgeschichte einst zur Verfügung gestellt hatte.

Adlerbrosche Römisch-Germanisches Museum_Rheinisches Bildarchiv Köln_Anja Wegner.jpgEine um 600 n.Chr. entstandene Kleiderbrosche in Form eines Adlers © Römisch-Germanisches Museum/ Rheinisches Bildarchiv Köln, Foto: Anja Wegner

Der Millionär aus dem Rheinland, dessen Großvater als Samt- und Seidenverleger großen Reichtum erlangt hatte, war spätestens 1906 mit dem Berliner Museum in Kontakt getreten und hatte ihm kleinere Schenkungen und umfängliche Leihgaben für seine Ausstellung zukommen lassen. Vor allem erwarb er Stücke aus der Völkerwanderungszeit und dem frühen Mittelalter, die aus dem Raum nördlich des Schwarzen Meeres, aber auch aus Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien stammten.

Von Diergardt vermied öffentliche Auftritte und tauchte nur als "ungenannter Gönner" auf. Als älterer Herr besuchte er das Museum aber des Öfteren, wenn es geschlossen hatte, ihm stellte man dann einen Stuhl bereit und inmitten der von ihm zusammengetragenen Schätze tauschte er sich mit den dort tätigen Wissenschaftlern aus.

Während der Weltwirtschaftskrise verarmte er Ende der 1920er-Jahre und musste seine Sammlung verkaufen. Leider zögerte das Museum mit einem Kaufangebot und nach dem Tod von Johannes von Diergardt gaben dessen Erben dem Wallraf-Richartz-Museum in Köln den Zuschlag. Die Stücke zählten zum Grundstock des späteren Römisch-Germanischen Museums, in dessen Dauerpräsentation sie bis heute zu sehen sind.

Ihren Namen erhielt die Ausstellung nach einem mit roten Edelsteinen besetzten Diadem aus der Völkerwanderungszeit, das man in Pantikapaion am Schwarzen Meer gefunden hatte, dem heutigen Kertsch. Gezeigt werden aber auch weit ältere Zeugnisse der Menschheitsgeschichte, etwa aus dem 5. Jahrtausend v. Chr., als die Menschen in Europa langsam begannen, Schmuck und Gerät aus Metall herzustellen, oder aus der Zeit der Etrusker.

Im Rahmen der Ausstellung erscheint Ende des Jahres die Begleitpublikation "Schätze aus Europas Frühzeit - Der Sammler und Mäzen Johannes Freiherr von Diergardt" im Verlag Schnell und Steiner.
 
Eintritt:  14 / 7 Euro 
URL:  http://www.smb.museum/ausstellungen/detail.html?tx_smb_pi1%5BexhibitionSmartId%5D=58025


Zur Umkreissuche   Anschrift
Neues Museum
Bodestr. 1
10178 Berlin - Mitte
 
Telefon:  030 - 266 42 42 42
URL:  http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/neues-museum/home.html
 
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