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10.08.2017 - 02.09.2017

Schinkel klauen

Architektonische Entwürfe für eine neue Bauakademie

"Steal Schinkel", heißt eine Ausstellung in Lausanne entstandener architektonischer Entwürfe für eine neue Bauakademie, die am 10. August in der Architektur Galerie in der Karl-Marx-Allee eröffnet. Übersetzt man den Titel, so fällt einem "Stehlt Schinkel" als erstes ein, es könnte aber auch bedeuten "Lasst Schinkel verschwinden ..." - und so ist es zum Teil wohl auch gemeint.

Seit 2004 wird auf dem historischen Standort an Schinkels Bauakademie erinnert. Eine Ecke ist gemauert, der Rest Folie, dahinter wächst das Grün. "Inneres Biotop und äußerer Schinkeltraum beschreiben gleichsam das Spektrum der Möglichkeiten eines Wiederaufbaus", sagen die Ausstellungsmacher und haben versucht, eine "zeitgemäße Interpretation im Schinkelschen Sinne" für ein Gebäude an dem Standort zu finden, "inspiriert von der Freiheit alles immer neu und weiter zu denken".

Wie viel von Schinkels Bauakademie übrigbleiben soll, hat bei der Entwurfsarbeit immer eine Rolle gespielt. Oliver Elser, Kurator beim Deutschen Architekturmuseum und Ulrich Müller von der Architektur Galerie Berlin, die bei der Ausstellungseröffnung mit Prof. Anja Fröhlich / EPFL Lausanne anwesend sind, haben aber vorab zehn Thesen zu einer Neuen Bauakademie veröffentlicht und damit die Vorgaben für die Arbeiten festgelegt. Die wichtigsten Inhalte: Es dürfe keinen Zwang zur Rekonstruktion der Fassaden geben, denn dann würde sich die Geschichte des Stadtschlosses als "Fassadenzombie" wiederholen, außerdem müsste vor einem Architekturwettbewerb erst die Nutzung geklärt werden und die Denkmalpflege die Geschichte aufarbeiten. Weiterhin sollte die Bauakademie nicht wie geplant an die Technische Universität oder die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben werden, sondern an eine Stiftung, die unterschiedliche Akteure einbinden und am besten wie ein Kulturfestival agieren sollte. Vor allem müsste der Architekturwettbewerb aber völlig ergebnisoffen geführt werden, und wenn nichts dabei herauskommt, sollte man das Geld für Architekturausstellungen und Veranstaltungen ausgeben - Schinkels Bauakademie sei schließlich auch ein nutzungsoffener Bau gewesen.

Real sieht es aber so aus, dass die Bundesregierung Geld für den Wiederaufbau von Schinkels Spätwerk bereitstellte (62 Millionen) und die Bundesstiftung Baukultur klären soll, wie das Gebäude genutzt werden soll. Dafür wurden "Werkstatt-Gespräche" durchgeführt, deren Protokolle man mit ersten Nutzungsvorschlägen hier nachlesen kann. Ein Blick auf angedachte Alternativen ist aber immer möglich - zurzeit in der Ausstellung in der Architektur Galerie Berlin, die am Donnerstag, 10. August, um 19 Uhr eröffnet wird.

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So könnte sie nach Entwürfen aus der École Polytechnique Fédérale in Lausanne auch aussehen, die frühere Bauakademie.
 
URL:  http://architekturgalerieberlin.de/satellit/berlin-building-academy-2/


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Kar-Marx-Allee 96
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