Home

19.07.2017 - 03.10.2017

Aufbruch nach Utopia - Zukunftsvisionen aus der DDR

Wer schon einige Lebensjahrzehnte auf dem Buckel hat und im Osten aufgewachsen ist, der erinnert sich sicher an die Zeitschrift "Jugend und Technik", deren optimistische Blicke in die Zukunft beim Nychwuchs immer gut ankamen. Eine Reihe von Darstellungen, auf denen oft spannende utopische Ideen und Vorhersagen zu sehen waren, werden mit ergänzenden (Spielzeug-)Objekten zurzeit im Foyer des DDR Museums gezeigt - als Sonderausstellung "Aufbruch nach Utopia - Zukunftsvisionen aus der DDR".

Das DDR Museum möchte damit die gesellschaftlichen und technischen Utopien zeigen, die vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren in der DDR gepflegt wurden. Es war eine Zeit, in der der Wissenschafts- und der Fortschrittsglaube noch keinen großen Schaden genommen hatte in der auch real noch viele erfolgreiche neue Technologien ausprobiert wurden - es gab neue Düsenjets und den Sputnik, neue Radar- und Kommunikationstechnik und erste Roboter in der Produktion. Blicke in die Zukunft waren also ein vervorragendes Mittel, um die Vorzüge des Lebens in einer entwickelten sozialistischen/kommunistischen Gesellschaft zu loben.

j+t.jpg
Aus einem "Jugend und Technik"-Heft aus dem Jahr 1966: Künftiger Wohnungsbau mit fliegenden Montagegebäuden. Foto: DDR museum

Auf der oben abgebildeten Seite stellte man die wunderbare Zukunft des sozialistischen Wohnungsbaus vor: Werktätig sollten fliegende Häuserfabriken werden, die man "Autoimme" nannte und mit denen man in nur acht Tagen Gebäude mit 13 vorgefertigten Geschossen errichten wollte. Die sechseckigen, jeweils drei Stockwerke hohen Montagefabriken konnten dank sechs auftriebsmächtiger Rotoren fliegen. Waren sie an der Stelle, an der ein Haus gebaut werden sollte, konnte man sie hydraulisch langsam hochdrücken, weswegen man keinen Kran mehr brauchte. Und sie waren nicht nur Montagegebäude, sondern auch Unterkunft für die Bauarbeiter. Dass die entstandenen Wohnblöcke vielleicht einer sozialistischen Metropole zur Ehre gereichen, nicht aber den Geschmack wohnender Menschen treffen könnten, konnte und wollte man sich in den 60er Jahren nicht vorstellen.

Der Eintritt ist die kleine Utopie-Ausstellung im Foyer ist frei, das Museum verlangt die regulären Eintrittspreise.
 
Eintritt:  s. Homepage 
URL:  www.ddr-museum.de/de/blog/2017/schoene-neue-welt-der-vergangenheit


Zur Umkreissuche   Anschrift
DDR Museum
Karl-Liebknecht-Straße 1
10178 Berlin - Mitte
 
Telefon:  +49 (0)30 84 71 23 73-0
Email:  post@ddr-museum.de
URL:  www.ddr-museum.de
 
Das DDR Museum zeigt den Alltag der Menschen in der DDR und gibt dabei viele Hinweise auf den Lebensstandard, den Einfluss des Staates oder die tatsächlichen Auswirkungen der "positiven Errungenschaften der DDR". Präsentiert wird dies nach dem Motto "Geschichte zum Anfassen" - man betritt eine Plattenbausiedlung im Maßstab 1:20 und kann in Schubladen, in Schränken und hinter Türen alle möglichen Exponate und Informationen finden, anfassen und benutzen. Eine Küche riecht noch wie in DDR-Zeiten und man kann sich in einen Trabi zur virtuellen Rundfahrt setzen. Das Schauen wird zu einem Sinn unter vielen und mit Recht kann man das Museum als interaktiv bezeichnen.
 
 
Rock&Pop Tickets bei www.eventim.de