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12.05.2017 - 03.09.2017

Genni. Jenny Wiegmann-Mucchi (1895-1969)

Eine Bildhauerin in Italien und Deutschland

In der Zitadelle wird in nächster Zeit eine Ausstellung über Leben und Werk der Bildhauerin Jenny Wiegmann-Mucchi gezeigt. Sie präsentiert eine Künstlerin, die in der Breiten Straße in Spandau aufwuchs, die ihr Berufs- und Privatleben aber schwerpunktmäßig in Italien verbrachte, wo sie unter dem Künstlernamen Genni bekannt war. Der Kontakt zu ihrer Familie brach aber nie ab, und mit der Ausstellung in der Alten Kaserne der Zitadelle kehrt Jenny Wiegmann-Mucchi sozusagen an ihren Geburtsort zurück.

Jenni Wiegmann-Mucchi_Badendes Mädchen_Foto-Union_mT.jpgJenny Mucchi-Wiegmann studierte 1917 an der Berliner Lewin-Funcke-Schule bei Lovis Corinth und August Kraus, war 1918 zu Studienzwecken in München und besuchte 1919-23 die Berliner Hochschule für bildende Künste. In Berlin arbeitete sie anschließend auch, bis sie 1931-33 ein Auftrag nach Paris führte, wo sie den Maler Gabriele Mucchi heiratete, mit dem sie ein Jahr später nach Mailand übersiedelte.

Unter den Nazis hatte Jenny Mucchi-Wiegmann Ausstellungsverbot, in Italien wurde sie aber anerkannt. 1937 erhielt sie als Vertreterin des italienischen Pavillons auf der Pariser Weltausstellung die Goldmedaille, 1943 bis 45 kämpfte sie dann im Widerstand gegen Mussolini. Nach dem Krieg zählte sie zur Künstlergruppe "Realismo", 1955-1956 arbeitete sie als Dozentin an der Scuola Umanitaria in Mailand. Ab 1956 hatte Gabriele Mucchi aber auch einen Lehrauftrag an der Kunsthochschule in Weißensee und von 1961 bis 63 an der Uni Greifswald, das Paar lebte daher in Mailand und Ost-Berlin, wo sie auch in der Nationalgalerie der DDR ausstellte.

Die Bildhauerin schuf Akte, Reliefs, Portraitbüsten von Arnold Zweig, Paul Dessau, Maria Callas und anderen sowie Skulpturen für den öffentlichen Raum, darunter zahlreiche Frauenakte. Sie verarbeitete auch politische Themen, zum Beispiel in der Bronzeplastik "Verhör in Algerien" von 1958 oder bei einem Denkmal der gefallenen Partisanen in Bologna 1959. Heute befinden sich Werke in der Berlinischen Galerie und der Nationalgalerie.
Jenni Wiegmann-Mucchi_Le ciel est triste et beau_1935_Bronze_Quelle_S_Mucchi.jpg
Die 1935 geschaffene Bronzeplastik "Le ciel est triste et beau" (Der Himmel ist traurig und blau) erhielt auf der Weltausstellung 1937 in Paris eine Goldmedaille. Quelle: S. Mucchi

Zu der in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste Berlin erstellten Ausstellung erscheint ein Katalog, Schirmherr ist das Italienische Kulturinstitut zu Berlin.
 
Eintritt:  4,50 / 2,50 Euro (Zitadelle inklusive Museen, Juliusturm, Ausstellungen) 
URL:  http://www.zitadelle-berlin.de/museengalerien/galerie-alte-kaserne/


Zur Umkreissuche   Anschrift
Zitadelle Spandau
Am Juliusturm 64
13599 Berlin - Spandau
 
Telefon:  030 / 354 944 -0
Email:  info@zitadelle-spandau.de
URL:  www.zitadelle-spandau.de
 
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