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10.02.2020 - 03.05.2020

Käthe Kollwitz und das Elend der Großstadt

Kollwitz_Plakat-Gross-Berlin.jpgVor 100 Jahren trat nach langer Diskussion das "Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin" in Kraft. Das Käthe-Kollwitz-Museum zeigt nun in einer Ausstellung, weshalb nach dem verlorenen Krieg einfach etwas gegen die immensen sozialen Notstände getan werden musste - und die stellte kaum jemand eindringlicher dar als Käthe Kollwitz.

Oben ein Plakat für die Gründung Groß-Berlins ("600.000 Berliner wohnen in Wohnungen, in denen jedes Zimmer mit 5 und mehr Personen besetzt ist"), unten eine zuvor entstandene, im Plakat aufgegriffene Zeichnung. Fotos: Käthe-Kollwitz-Museum
Kollwitz_Mädchen-mit-Kind-auf-dem-Arm-1912.jpg
Beengte Wohnverhältnisse, Arbeits- und Perspektivlosigkeit waren auch für Hans Baluschek und Heinrich Zille die beherrschenden Themen, bei Käthe Kollwitz finden sich aber durchgängig sozial engagierte Motive, die sie meist im Auftrag schuf. Die Serien über das Elend der Heimarbeiterinnen oder "Bilder vom Elend", in der sie im Simplicissimus nicht nur ungewollten Schwangerschaften thematisierte, sondern auch Alkoholismus und Gewalt, beschreiben die Probleme der Zeit sehr deutlich.

Bereits 1912 unterstützte Kollwitz mit einem Plakat die Bildung einer Gemeinde Groß-Berlin, um nach deren Schaffung immer wieder auf weiterhin bestehende Missstände hinzuweisen. Mit "Flugblättern gegen den Wucher" machte sie 1920 im Auftrag des Staatskommissars für Volksernährung auf die schlechte Ernährungslage und die nachfolgenden Krankheiten aufmerksam, sie schuf Plakate gegen den Alkoholkonsum (1922) und für die Abschaffung des Paragrafen 218 (1923).

Als während der Inflation immer mehr Menschen hungerten, schloss sich Käthe Kollwitz der Fraueninitiative zur Schaffung von Suppenküchen an. Zur Finanzierung sollte "Ernährungsgeld" gekauft werden, wofür Kollwitz 1924 auf Plakaten warb. Daneben entstanden zum Beispiel der Zyklus "Proletariat" (1924/25), die Arbeiten "Städtisches Obdach" von 1926 oder "Das Letzte" (1924).

Die Ausstellung präsentiert ca. 30 selten gezeigte Zeichnungen und Grafiken vornehmlich aus den 1920er Jahren.

 


Zur Umkreissuche   Anschrift
Käthe-Kollwitz-Museum
Fasanenstrasse 24
10719 Berlin - Charlottenburg-Wilmersdorf
 
Telefon:  030 882 52 10
Email:  info@kaethe-kollwitz.de
URL:  www.dhm.de/museen/kollwitz
 
 Rubriken: 

Kunst und Kultur
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