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15.03.2018 - 06.05.2018

Underground und Improvisation. Alternative Musik und Kunst nach 1968

Ausstellungen, Konzerte und Diskurse

Zwei Ausstellungen zu den Themen Underground und Improvisation widmen sich vom 15. März bis 6. Mai 2018 im Akademie-Gebäude am Hanseatenweg experimentellen, anarchistischen oder avantgardistischen Musik- und Kunstbewegungen in Ost und West, vom Jahr der Studentenrevolte und des Prager Frühlings bis zur Nachwendezeit in Berlin und Osteuropa. Das umfangreiche Begleitprogramm besteht aus einer Konzertreihe, Filmaufführungen, Podiumsdiskussionen und einem interdisziplinären Symposium.

Die Ausstellung "Notes from the Underground - Art and Alternative Music in Eastern Europe 1968 - 1994" ist einer Generation von Künstlerinnen und Künstlern gewidmet, die in Abgrenzung zur offiziellen Kultur an der Schnittstelle von bildender Kunst, Videokunst und experimenteller Musik agierte. Zensur und Mangel führten zu einfallsreichen und oftmals ironischen Arten des Arbeitens. Gezeigt wird eine Auswahl mitunter noch nie ausgestellter Zeitzeugnisse, darunter von Künstlern selbst kreierte Musikinstrumente, Super-8-Filme, Samizdat-Zeitschriften und dokumentarische Aufzeichnungen von Aufführungen. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Muzeum Sztuki in Łódź, Polen.
adk18_Underground_und_Improvisation_NftU_3.jpgNicht untypisches Beispiel für die Musikpräsentation vor drei Jahrzehnten: Die AG Geige auf dem 3. Internationalen Art Rock Festival in Frankfurt/Main im März 1991. Foto © Dieter Wuschanski

Die Ausstellung "Free Music Production / FMP: The Living Music" präsentiert die Geschichte der Free Music Production (1968 - 2010), einer von Künstlern initiierten und (Free-)Jazz-orientierten Berliner Plattform für die Produktion, Präsentation und Dokumentation "freier Musik". In der Akademie der Künste fanden legendäre FMP-Konzerte und Veranstaltungen statt; sie schrieben international Geschichte als eine der wichtigsten kulturhistorischen Leistungen Westberlins. Mit dieser Ausstellung und einem Konzertprogramm wird die Geschichte wieder an ihren Ausgangsort zurückgeführt und auf die zeitgenössische Musik-Szene treffen (entstanden in Kooperation mit dem Haus der Kunst, München).

adk18_Underground_und_Improvisation_FMP_9.jpgEine Single aus dem Jahr 1979 von Sven-Åke Johansson im SO 36. Jetzt trommelt er am 14. März am Hanseatenweg. Design: Martin Kippenberger © FMP-Publishing

Zu den beiden Ausstellungen laufen am Hanseatenweg 35 Konzerte und Diskussionen. Die Musik orientiert sich an den früheren FMP-Konzerten und bietet eine Bühne für die Protagonisten von damals wie der Schlagzeug-Legende Vladimir Tarasov oder dem FMP-Mitgründer und Saxofonisten Peter Brötzmann. Aus der osteuropäischen Performance-Szene sind u.a. Katalin Ladik (Ungarn) und die Band Ornament & Verbrechen dabei. Darüber hinaus beziehen jüngere Musikerinnen und Musiker der internationalen Improvisationsszene Stellung zu den Aktivitäten und Ästhetiken der 1960 bis 1990er-Jahre, u.a. trifft die junge Moskauer Impro-Szene auf Mitglieder des Berliner Splitter-Orchesters. Das auf die Konzerte abgestimmte diskursive Programm will die Produktionsweisen von Gegenkulturen und Improvisationsszenen in Osteuropa und Westberlin beleuchten. Das genaue Programm findet man unter https://www.adk.de/de/projekte/2018/underground-improvisation/veranstaltungen/

 


Zur Umkreissuche   Anschrift
Akademie der Künste am Hanseatenweg
Hanseatenweg 10
10557 Berlin - Mitte
 
Telefon:  030 - 200 57 2000
URL:  www.adk.de
 
Seit dem 1. Oktober 1993 sind Ost- und West-Akademie hier vereinigt. Im März 2005 bezog die Akademie der Künste wieder einen Neubau an der alten Adresse am Pariser Platz 4. Das Haus am Hanseatenweg aus 1960 gilt weiterhin als bedeutender Ort für Ausstellungen, Veranstaltungen und Gesprächsrunden. Die Appartements und Ateliers stehen Künstlern als Arbeitsräume zur Verfügung.
 
 
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