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01.02.2019 - 12.05.2019

"Das exotische Land" - Fotos, die Zeitgeist einfangen

DHM_Stefan_Moses__Frauen_unter_Trockenhauben_im_Friseursalon__1960er_Jahre__c__Else_Bechteler-Moses.jpgMit den Frauen unter Trockenhauben wird für die Ausstellung geworben, besser ließen sich exotische Komponenten in Nachkriegs-deutschland auch kaum einfangen (undatiert) © Elsa Bechteler-Moses

Das DHM stellt einen Fotografen vor, von dem man ziemlich sicher schon Aufnahmen gesehen hat, den man aber dennoch kaum kennt. In der Ausstellung "Das exotische Land. Fotoreportagen von Stefan Moses" kann man an 250 Fotografien sowie vielen Zeitschriften und Büchern aber eine Zeitreise antreten und sich erinnern oder staunen, je nach Alter und Erlebnishorizont. Moses war ein umtriebiger Fotoreporter und einer der wichtigsten Porträtfotografen und Chronisten der Bundesrepublik.

Stefan Moses (1928-2018) zählt zu den großen Fotografen der Bundesrepublik. Seine Aufnahmen von Angehörigen verschiedenster Berufsgruppen - stets im Freien vor einem grauen Tuch entstanden - machten ihn Anfang der 1960er Jahre zu einem der gefragtesten Porträtfotografen Deutschlands. Weniger bekannt ist dagegen sein Frühwerk: Fotoreportagen, für die Moses seit 1950, meist im Auftrag illustrierter Zeitschriften des Münchner Kindler-Verlages, durch Deutschland, Europa und Übersee reiste. 1960 wechselte Moses zur führenden deutschen Illustrierten "Stern", die für ihre aufwendigen Fotoreportagen die besten Fotografen Deutschlands engagierte. Stefan Moses reiste für das Magazin unter anderem nach Israel, Großbritannien und Chile. Immer wieder aber berichtete er mit großem soziologischem Gespür und einer unverkennbaren fotografischen Handschrift auch aus dem "exotischen" Land Deutschland - einem Land, das sich nach Terror und Krieg mit Wiederaufbau und Wirtschaftswunder neu erfinden wollte.
DHM_Stefan_Moses__Geselligkeit_am_Buffet__um_1964__c__Else_Bechteler-Moses.jpgVerhalten und Orientierung werden auch bei "Geselligkeit am Buffet" (um 1964) deutlich. © Elsa Bechteler-Moses

Anlässlich seines ersten Todestags am 3. Februar 2019 zeigt die Ausstellung erstmals frühe und heute weitgehend unbekannte Fotoreportagen und Bildessays aus dem Nachlass Moses' neben einer Auswahl aus seinen berühmten Porträtserien "Deutsche" und "Emigranten" aus der Sammlung des Deutschen Historischen Museums. Politische Momentaufnahmen, gesellschaftliche Beobachtungen und humorvolle Alltagsimpressionen verdichten sich dabei zu einem Porträt der jüngeren deutschen und internationalen Zeitgeschichte. Gemeinsam ist ihnen Moses' ironisch-distanzierter, aber nie denunzierender Blick auf die Menschen und die gesellschaftlichen Verhältnisse. Deutschland und die Deutschen blieben dabei bis zuletzt sein Lebensthema. "Für mich ist Deutschland genau so exotisch wie Afghanistan oder Paraguay, überall unerforschte Gebiete", begründete Stefan Moses einmal seine Jahrzehnte andauernden fotografischen Erkundungen.
DHM_Stefan_Moses__Konrad_Adenauer_und_Willy_Brandt_auf_dem_Schlesiertreffen__Hannover__1961__c__Else_Bechteler-Moses.jpgUnd so sah die Zeit politisch aus: Konrad Adenauer und Willy Brandt 1961 auf einem Schlesiertreffen. © Elsa Bechteler-Moses
 
Eintritt:  8/4 Euro 
URL:  www.dhm.de/ausstellungen/das-exotische-land.html


Zur Umkreissuche   Anschrift
Deutsches Historisches Museum
Unter den Linden 2
10117 Berlin - Mitte
 
Telefon:  030 20 30 40
URL:  www.dhm.de
 
 Rubriken: 

Kunst und Kultur
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