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23.10.2017 - 04.12.2017, 19:00 Uhr

"Ohne Erinnerung keine Zukunft"

Neue Gesprächsreihe mit Zeitzeugen im Jüdischen Museum

Das Jüdische Museum Berlin startet eine neue Reihe "Zeitzeugen im Gespräch. Erfahrungen und Schicksale deutscher Juden im Nationalsozialismus", die die bewährte Zusammenarbeit mit Schulen und Stiftern jetzt einem breiteren Publikum zugänglich machen soll. »Ohne Erinnerung gibt es keine Zukunft«, sagt Peter Schäfer, Direktor des Jüdischen Museums. "Der direkte Kontakt und lebendige Austausch mit Holocaust-Überlebenden ist vor allem auch für die jüngere Generation von großer Bedeutung." Auftakt der moderierten Gespräche sind Lesungen autobiografischer Texte, Ausschnitte aus Filmen oder die Vorstellung gestifteter Objekte. Die Reihe läuft bis September 2018.

Henry Wuga 1938__.jpgZur ersten Veranstaltung reist Henry Wuga, 93, mit seiner Frau Ingrid Wolff aus Glasgow an. Er wird vom Leben seiner Familie in Nürnberg erzählen, von seinen Erfahrungen zu NS-Zeiten und von seiner Rettung durch einen Kindertransport nach Schottland. In Glasgow lernte er seine Frau kennen und 1947 konnte er seine Mutter, die im Versteck überlebt hatte, zu sich holen. Das Ehepaar blieb in Glasgow und eröffnete einen koscheren Catering-Service. Zur Einführung werden Auszüge aus dem Film "Kindertransport - In eine fremde Welt" gezeigt.

Henry Wuga als Lehrling in der Küche des koscheren Hotel Tannhäuser in Baden-Baden, 1938 © Privatbesitz


Fortgesetzt wird die Reihe am 4. Dezember 2017 mit dem Besuch von Kurt Roberg, der 1938 in die Niederlande emigrierte, wohin seine Familie folgte; Eltern und Brüder gelang es über Kuba in die USA einzureisen. Kurt erlebte die Bombardierung Rotterdams, musste im März 1941 nach Berlin zurückkehren und konnte im Mai desselben Jahres über Lissabon in die USA auswandern. Zur Einführung werden von ihm gestifteten Objekte und Dokumente vorgestellt.

Im nächsten Jahr werden erwartet:
Walter Frankenstein, der mit seiner Frau Leonie Rosner 1943 und 1944 zwei Söhne bekam, dann untertauchte und im Versteck überlebte. Nach Kriegsende emigrierte die Familie nach Palästina; in den 1950er Jahren ging sie nach Schweden.
Margot Friedlander, deren Ausreise 1938 scheiterte und die, nachdem ihr Bruder und ihre Mutter 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet wurden, sich erst versteckte, 1944 aber in das Ghetto Theresienstadt deportiert wurde. Sie überlebte und reiste 1946 nach New York aus. Zur Einführung wird aus ihrer Biographie "Versuche, dein Leben zu machen. Als Jüdin versteckt in Berlin" gelesen.
Die Breslauerin Anita Lasker Wallfisch, deren Eltern deportiert und ermordet wurden und die im Frauen-Orchester in Auschwitz-Birkenau Cello spielte. Sie wanderte 1946 nach England aus, bei ihrem Besuch wird aus ihrer Biographie "Ihr sollt die Wahrheit erben. Die Cellistin von Auschwitz. Erinnerungen" gelesen.
Hanni Levy leistete erst Zwangsarbeit, tauchte dann unter und überlebte in Berlin. Ende 1946 emigrierte sie nach Paris zu ihrem Onkel. Zur Einführung werden Ausschnitte aus dem Spielfilm "Die Unsichtbaren. Wir wollen leben" (2017) gezeigt.

Das komplette Programm steht unter www.jmberlin.de/kalender

Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt von der Berliner Sparkasse.

Veranstaltungsort ist der Saal der W. Michael Blumenthal Akademie, der Eintritt ist frei.

Besucheranmeldung unter Tel. 030-25993 488 oder per Mail an reservierung@jmberlin.de

 


Zur Umkreissuche   Anschrift
Jüdisches Museum
Lindenstraße 9-14
10969 Berlin - Friedrichshain-Kreuzberg
 
Telefon:  030 - 25 99 33 00
Email:  info@jmberlin.de
URL:  www.juedisches-museum-berlin.de
 
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