Home

01.10.2017 - 03.11.2017

Martin Luther und das Judentum - Rückblick und Aufbruch

Der Kirchenkreis Reinickendorf beschließt dasReformationsgedenkjahr mit einer Wanderausstellung "Martin Luther und das Judentum", die auf 17 Großtafeln das schwierige Verhältnis der evangelischen Kirche lutherischer Prägung zum Judentum darstellt, beginnend bei den Anfängen im Mittelalter, bei Luther selbst bis zum Holocaust und über den folgenden Wandel des Verhältnisses. Die Autoren der Ausstellung sind u.a. Prof. Sara Nachama, Rektorin des Touro College Berlin und Prof. Peter von der Osten-Sacken, ehem. Leiter des Instituts Kirche und Judentum.

luther_juden.jpgDas Erbe Luthers ist zwiespältig. Wir verdanken ihm die Bibel und den Gottesdienst in deutscher Sprache und einen Glauben ohne Angst vor Gott, aber auch die Legitimierung der Gewalt von Fürsten gegen aufständische Bauern und judenfeindlichen Schriften, in denen er zur Zwangsarbeit und Vertreibung, zum Verbrennen der Synagogen und zur Vernichtung jüdischer Schriften aufrief, also zu Dingen, die man vier Jahrhunderte später umsetzte. Und die Reichspogromnacht "war nur der Anfang des unglaublichsten Verbrechens der Geschichte, der Vernichtung von sechs Millionen Juden durch Deutsche, die mehrheitlich der Meinung waren, sie wären gute Christen", heißt es in der Ausstellungsankündigung.

Die evangelische Kirche hat lange dazu geschwiegen und erst spät versucht, das Verhältnis zum Judentum zu korrigieren. Heute sei das Verhältnis "von zunehmender Offenheit und Toleranz und gegenseitigem Interesse geprägt", doch in Zeiten des wieder aufflammenden Antisemitismus ist die Beschäfigung mit der historischen Entwicklung wichtig. "Die Frage, ob es ohne Luthers antijüdische Schriften dennoch zum Holocaust gekommen wäre, kann die Ausstellung nicht beantworten, sie zeigt aber erschütternde Zusammenhänge"...

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10-16 Uhr (bitte in der Kita oder im Gemeindebüro melden) und nach Vereinbarung (0160 91 30 62 82)

Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung:

1. Oktober um 11 Uhr: Gottesdienst mit Eröffnung der Ausstellung
7. Oktober um 19 Uhr: Hawdala-Konzert mit Avitall Gerstetter
11. Oktober um 19 Uhr: Vortrag zu Antisemitismus heute
21. Oktober um 19 Uhr: "Von Noah bis zur Hochzeit in Kana" - Wein in Bibel und Kunst (Vortrag)
 
URL:  www.hoffnungskirche-berlin.de/veranstaltungen/ausstellung-luther/


Zur Umkreissuche   Anschrift
Hoffnungskirche Neu-Tegel
Tile-Brügge-Weg 53
13509 Berlin - Reinickendorf
 
Telefon:  030 433 80 27
URL:  www.hoffnungskirche-berlin.de
 
 
Rock&Pop Tickets bei www.eventim.de