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05.07.2016 - 17.07.2016

Auswärtige Angelegenheiten: Unsicher.

"Uncertainty" ist die Überschrift des diesjährigen Performing Arts Festivals der Berliner Festspiele,
also "Unsicherheit".

Auf das Thema ist man bei den Festspielen durch die Ausstellung des südafrikanischen
Zeichners, Filmemachers, Performers und Regisseurs William Kentridge gekommen,
die gerade im Martin-Gropius-Bau gezeigt wird. Der Künstler spricht bezüglich seiner
Arbeit immer von Unsicherheit und Vorläufigkeit, und er will damit auch eine politische
Haltung beschreiben, was sich vielleicht schon durch die Entwicklung Südafrikas erklärt.
Aber auch bei uns werden vermeintlichen Gewissheiten immer häufiger zerstört, Grenzen
aufgehoben oder neue gezogen; Stabilität wird mehr gewünscht als geboten.

In dem Festival will man sich nun mit der Unsicherheit beschäftigen. Programmatisch
beginnt dies bei der Form, sei es mit Musikern in der Reihe Performing Pop oder mit dem
Musée de la Danse des Choreografen Boris Charmatz. Das Verhältnis zur bildenden Kunst
wird durch eine Zusammenarbeit mit Corpus verstärkt, einem Netzwerk europäischer
Kunstinstitutionen wie Tate Modern und den KW - Institute for Contemporary Art.

Auch eingeladene Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich mit der Unsicherheit - so
zur Eröffnung Alain Platels Musiktheater, das in "En avant, marche!" die Geschichte erzählt,
wie sich ein Blasorchester gegen die Vergänglichkeit und das nahende Ende eines
Orchestermusikers wehrt. Es gibt aber auch sehr konkrete Unsicherheiten - so zeigt die
Antwerpener Theatergruppe BERLIN dokumentarisch die letzten Monate eines alten Ehepaars
in einem Geisterdorf bei Tschernobyl, der Pulp-Frontmann Jarvis Cocker lädt mit einem
Sinfonieorchester zu Geschichten über das Menschsein nach Einbruch der Dunkelheit ein,
die Choreografin Nelisiwe Xaba sucht in künstlichen Gewässern Johannesburgs Zwitterwesen
und das Nature Theater of Oklahoma will an verschiedenen Orten der Stadt mit Laiendarstellern
einen Science-Fiction-Film drehen.

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Forced Entertainment, passend bekleidet zu ihrem Stück "Who Can Sing a Song to
Unfrighten Me". Foto: Berliner Festspiele / Hugo Glendinning

Und auch im Haus der Berliner Festspiele ist nicht alles sicher: Jeden Abend beginnt nach zehn
eine nächtliche Ausstellung. William Kentridge bespielt die 48 Meter breite Fassade und den
Keller, Dries Verhoeven einen geheimen Raum, Nelisiwe Xaba das Dach, Mary Reid Kelley
operiert in der Kassenhalle und zur Geisterstunde werden auch noch Gäste erwartet ...
Auch in der letzten Nacht des Festivals wird mit einer Performance durchgemacht und Theater
gegen die Angst und die Unsicherheit geboten. Was man wirklich alles erleben kann, findet man
am besten bei den Berliner Festspielen in der Programmübersicht der Foreign Affairs.
 
Eintritt:  s. Homepage 
URL:  http://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/foreign_affairs/ueber_festival_fa/aktuell_fa/start.php


Zur Umkreissuche   Anschrift
Haus der Berliner Festspiele
Schaperstraße 24
10719 Berlin - Charlottenburg-Wilmersdorf
 
Telefon:  030 254 89-0
Telefax:  030 254 89-111
Email:  info@berlinerfestspiele.de
URL:  www.berlinerfestspiele.de
 
 Rubriken: 

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