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08.11.2019 - 19.04.2020

Stefan Moses - Abschied und Anfang. Ostdeutsche Porträts 1989-1990

Zum Mauerfall-Jubiläum zeigt das Bröhan-Museum eine Ausstellung, in der der Münchner Fotograf Stefan Moses in der Umbruchsphase von 1989/90 die Chance nutzte, mit seiner Serie "Abschied und Anfang" die DDR-Bevölkerung auf eine Weise zu porträtieren, die den anstehenden Wandel besonders deutlich macht.
stefan moses_Arbeiter im Tagebau Borna.jpgstefan moses_Köchin Cottbus.jpgArbeiter im Tagebau Borna: Sind sie nun echt, benehmen sie sich normal, sind sie nicht ein wenig zu typisch? Undist die Aussicht auf eine neue Beschäftigungbei der Köchin aus Cottbus nicht schon fast spürbar?Es sind viele Fragen möglich bei den Portraitaufnahmen von Stefan Moses ...Fotos: dto.

Stefan Moses (1928-2018) freute sich, endlich ungehindert den Osten Deutschlands bereisen zu können und dort zu fotografieren. Er hatte dies schon lange versucht, seine Anträge wurden jedoch immer wieder abgelehnt, dabei hatte er sichseit den 1960er Jahren zu einem der bekanntesten Porträtfotografen Deutschlands entwickelt. Frühe Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigen anonyme Angehörige verschiedener Berufsgruppen, die im Freien vor einem grauen Tuch posieren. Im Kontrast zu dieser unpersönlichen Inszenierung offenbaren sich die Menschen und ihr offener Dialog mit dem Fotografen besonders deutlich. Zur Vervollständigung der Serie bereiste Moses 1989/90 die untergehende DDR und fotografierte erneut namenlose Deutsche als typische Vertreter ihrer Berufe sowie erstmals auch Prominente aus Kultur und Politik. Das große graue Tuch erinnert manchmal an die Fotos aus den 60ern, wird aber auch spielerisch genutzt, außerdem sollte die Zeitlichkeit der Bilder sichtbar werden und sozusagen dokumentarische Aufnahmen entstehen. "Nie wieder werden diese Gesichter so erwartungsvoll und offen sein", kommentierte Moses später. Es sind einfach Momentaufnahme eines Umbruchs, die sich bald zu einem historischen Protokoll entwickelt haben.

Dass es bei der Wiedervereinigung bei weitem nicht nur um Politik ging, vermitteln Moses' Fotografien noch heute. Denn trotz sichtbarer Narben der Vergangenheit und dem Wissen um eine konfliktreiche Zukunft stellen sie Sympathie, Identifikation und Menschlichkeit in den Mittelpunkt.

 


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Bröhan-Museum
Schloßstraße 1a
14059 Berlin - Charlottenburg-Wilmersdorf
 
Telefon:  +49/(0)30/326 906 00
Telefax:  +49/(0)30/326 906 26
Email:  info@broehan-museum.de
URL:  http://www.broehan-museum.de
 
 
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