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15.07.2017 - 16.07.2017

Deutsch-Französische Fete - Jour de fest

Es ist schön, wenn man schon bei den Wörtern durcheinanderkommen kann, zeigt es doch ein wenig den zunehmenden deutsch-französischen Zusammenhalt. Eine Fete ist etwas höchst Normales, ein Jour de fête eben auch - und zu dem laden die Französische Botschaft und das deutsch-französische Jugendwerk am Wochenende ans Brandenburger Tor ein.

Gefeiert wird in und mit Frankreich immer der Nationalfeiertag, der am 14. Juli an den Sturm auf die Bastille erinnert - und hier weicht man mangels Feiertag auf das folgende Wochenende aus. Revolutionäre Erinnerungen können aber auch in Berlin aufkommen, werden die Berliner doch nicht in ein deutsch-französisches Dorf vor dem Brandenburger Tor eingeladen, sondern auf den Platz des 18. März - so heißt der frühere "Platz vor dem Brandenburger Tor" seit dem Jahr 2000. Und woran erinnert der 18. März? An Tage in den Jahren 1848 und 1990.

Bei den revolutionären Umbrüchen der Jahre 1848/49 erreichten die Auseinandersetzungen am 18. März 1848 Berlin: Die preußische Kavallerie griff auf das Volk vor dem Berliner Schloss an (und überhaupt haben vor allem preußische und österreichische Truppen die damaligen Versuche niedergeschlagen, einen demokratisch verfassten, einheitlichen deutschen Nationalstaat zu schaffen). Am 18. März 1990 fand hingegen in der DDR die erste freie Volkskammerwahl statt - mit dem Ergebnis, dass sich die Menschen mit großer Mehrheit gegen die Weiterexistenz der DDR als selbstständigen Staat entschieden. Der Tag steht also sinnbildlich für die Wiedergewinnung der deutschen Einheit.

Aber wie auch immer an historische Wendepunkte erinnert wird, deutsch-französische Freundschaft ist historisch auch ein freudiges Ereignis. Und das wird am Wochenende vor allem kulinarisch, mit Musik und mit allerlei Aktivitäten zum Mitmachen begangen. Begonnen wird am Sonnabend um 12 Uhr, Höhepunkt ist sicher der Auftritt der Sängerin Imany am Sonntag um 20 Uhr. Dazwischen ist auf der Bühne aber auch einiges los: Am Samstag bringt der französische Keyboard-Meister alias General Elektriks eine Mischung aus futuristischem Elektro-Funk, Oldschool-Pop und Hip-Hop Beats auf die Bühne. Später am Abend sorgt das Berliner Elektro-Trio Pupkulies & Rebecca für träumerische Tanzstimmung, und zum Tanzen lädt auch das in Berlin und Paris ansässige und in Clubs bekannte Duo Acid Washed ein.

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Im vorigen Jahr belegte das deutsch-französische Fest den Pariser Platz, diesmal findet es auf der anderen Seite des Tores statt, vor der Stadt sozusagen.

Am Sonntag wird die in Paris lebende Sängerin Imany für wunderbare Sommerabend-Melancholie sorgen, ein Remix ihres Liedes "Don't Be So Shy" lag im letzten Jahr auf Platz 1 der deutschen Charts. Dazu treten auf das deutsch-französische Disco-Pop- und Chanson-Trio Hypnolove und am Nachmittag Andrej Hermlin & his Swing Dance Band.

Am Samstagnachmittag sind von Frankreichs bedeutendstem aktiven Knabenchor Les petits Chanteurs de Sainte-Croix de Neuilly traditionellere Klänge zu hören, dazu kommt die 30-köpfige bretonische Marine-Kapelle Bagad de Lann Bihoué, die mit Liedern aus der Bretagne die diesjährige Gastregion repräsentiert.

Natürlich soll der Jour de fête auch Kinder ansprechen, sie können beim Schminken, im Mal-Workshop und beim Jonglieren ihre künstlerischen Talente ausleben. Hinzu kommen Schnupperkurse für Swing Dance und Kizumba, Theater, Sprachanimationen sowie Gewinnspiele, Crêpes-Workshops, eine Street-art Mal-Aktion, Sport und viele weitere Aktivitäten zum Mitmachen.

Mindestens 15 deutsche und französische Gastronomen bieten Crêpes und Bratwürste, Gebäck aus der Pâtisserie, Eis und natürlich Quiches - wozu man bemerken kann, dass die französische Quiche vom Küchlein kommt, also vom kleinen Kuchen. Schmeckt gut, und ist man gestärkt, kann man sich an Infoständen über deutsch-französische Vereine, Unternehmen, Kultureinrichtungen und Institutionen informieren.

Geöffnet ist der Jour de fête, das Deutsch-Französische Fest 2017 am 15. und 16. Juli von 12 bis 22:30 Uhr, der Eintritt ist frei.


 


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Brandenburger Tor
Pariser Platz 1
10117 Berlin - Mitte
 
 
Wahrzeichen Berlins

Das Brandenburger Tor wurde zwischen 1788 und 1791 errichtet und ist das letzte noch stehende Stadttor Berlins. Am westlichen Ende der Straße Unter den Linden gelegen, führte es damals Reisende durch die Zollmauer der Stadt auf die Straße nach Brandenburg an der Havel.

Im Jahre 1806 wurde die Quadriga, welche die Siegesgöttin Viktoria zeigt, von Napoleon nach Paris verschleppt, doch da er entmachtet wurde, bevor er die Statue aufstellen konnte, gelangte Sie 1814 zurück nach Berlin. Im gleichen Jahr erhielt auch der auf östlicher Seite an das Tor angrenzende Pariser Platz anlässlich der Eroberung von Paris durch preußische Truppen seinen Namen. Die Transporte nach und von Paris haben der Statue starke Schäden zugefügt, weshalb die Quadriga vor ihrer Wiederaufstellung restauriert wurde.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten führte ein Triumphzug der SA am 30. Januar 1933 durch das ehemalige Stadttor, welches seit jeher Symbol für Macht und Reichtum war. Während des Zweiten Weltkrieges wurde es stark beschädigt, von 1956 bis 1957 aber in Zusammenarbeit zwischen Ost und West wieder vollkommen rekonstruiert.

Nach dem Bau der Mauer im Mai 1961 konnte das Tor jahrzehntelang nicht durchquert werden, die Mauer verlief direkt davor. Das Brandenburger Tor symbolisierte nun die Trennung Deutschlands und den Kalten Krieg. Nach dem Fall der Mauer wurde das Tor in Anwesenheit von 100.000 jubelnden Menschen wieder eröffnet, seitdem steht die bekannteste Sehenswürdigkeit Berlins vor allem für die Wiedervereinigung Deutschlands.

 
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