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16.11.2018 - 17.02.2019

Ein unbekannter Neoimpressionist trifft auf olympische Götter

Zwei Ausstellungen sind bis Mitte Februar im Museum Barberini zu sehen: Bei "Farbe und Licht" wird der heute weithin unbekannten Neoimpressionist Henri-Edmond Cross vorgestellt und unter dem Titel "Götter des Olymp" versammeln sich die eindrucksvollsten Statuen der Dresdner Skulpturensammlung. Eigentlich sind beide Ausstellungen einen Besuch wert.

Henri-Edmond Cross (1856-1910) bewegte sich zwischen den Impressionisten und dem bald aufkommenden Expressionismus und zählte früh zu den Vorreitern der Moderne. Da der deutsch-französische Austausch vor gut 100 Jahren recht gut funktionierte, wurde er auch hier oft ausgestellt und etliche seiner Bilder landeten in deutschen Museen. Dennoch ist er heute bei uns kaum bekannt und das Museum Barberini zeigt die erste Cross-Retrospektive in einem deutschen Museum.

my_cross_Das fröhliche Bad.jpg"Das fröhliche Bad" malte Cross zwischen 1899 und 1902, und damals widersprach das Bild mehreren Sehgewohnheiten. Foto: my

Cross hieß eigentlich Henri-Edmond-Joseph Delacroix, wollte aber Verwechslungen mit seinem Namensvetter vermeiden. Er zählte zu den Gründungsmitgliedern der Pariser Société des Artistes Indépendants und versuchte sich mit der damals populären Maltechnik des Pointillismus, malte also mit Punkten und kurzen Pinselstrichen. 1891 zog er an die Côte d'Azur, passte seine Farben der Gegend an und malte romantische Landschafts- und Genrebilder. "Ich möchte das Glück malen, die glücklichen Wesen, die die Menschen in einigen Jahrhunderten (?) werden sein können, wenn die reine Anarchie verwirklicht ist", beschrieb er seine Arbeit im Juni 1893. Die Eisenbahn, die an seinem Wohnhaus vorbeiführte, kommt in seinen Bildern nicht vor, aber viel sehenswerte Natur mit glücklichen Menschen.

Die Retrospektive zeigt rund 100 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen des Künstlers, Leihgaben kommen aus dem Musée d'Orsay, dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid, der Ny Carlsberg Glyptotek Kopenhagen, dem Museum of Fine Arts in Houston, dem Toledo Museum of Art in Ohio, dem Chrysler Museum of Art in Norfolk sowie aus vielen Privatsammlungen.

my_DD_Muse mit Kiefernkranz.jpg
Die zweite Ausstellung "Götter des Olymp" zeigt die besten antiken Skulpturen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, und das ist nur möglich, weil der Semperbau des Zwingers renoviert wird. Zu sehen sind die wichtigsten Götter des griechischen Olymp, darunter Statuen, die so prominent sind, dass man sie wie zum Beispiel den "Dresdner Zeus" nach ihrem Standort benannte. August der Starke, der eine fantastische Kunstsammlung zusammentragen konnte, erhielt übrigens auch Geschenke. Friedrich Wilhelm I. vermachte ihm zum Beispiel eine Büste des Ares und die Hermes-Herme - beide sind nach fast 300 Jahren nun wieder in Potsdam zu sehen.

Die "Muse mit Kiefernkranz" links erblickte 120 bis 130 n.Chr. das Licht der Welt. Auf dem Sockel, auf dem sie einst mit ihren acht Schwestern stand,schrieb der antike griechische Dichter Honestus "Euterpe, der Schmuck der Welt ist auch dein eigener Schmuck". Foto: my

Und da man jetzt sowieso im Haus ist, kann man sich noch den Raum "Vom Expressionismus zum Informel " ansehen - mit Bildern von Baumeister, Feininger, Kandinsky, Nay, Nolde, Pechstein und Schmidt-Rottluff. Lohnt sich.

Unten die "Fantome auf Grün", die Willi Baumeister 1951 malte und von denen manche wohl noch heute aktiv sind ... Foto: my
Baumeister_Fantome auf Grün_1951.jpg
 


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Museum Barberini
Humboldtstraße 5-6
14467 Potsdam
 
Telefon:  0331 97992-185
Telefax:  0331 97992-183
Email:  info@museum-barberini.com
URL:  http://museum-barberini.com/
 
 
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