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29.10.2017 - 04.02.2018

Hinter der Maske. Künstler in der DDR

Strawalde und Heisig, Mattheuer oder Penck, Sitte und Tübke - in der DDR gab es viele Maler, die den meisten Menschen geläufig sind. Für das Museum Barberini bildet die Kunst in der DDR einen Sammlungsschwerpunkt, nun zeigt es eine neue Ausstellung, in der es um die Selbstdarstellung von Künstlerinnen und Künstlern in der schwierigen kleinen Republik geht. Wie konnten sich die "Kunstschaffenden" in einem Staat behaupten, in dem Kunst auch eine politische und eine erzieherische Funktion hatte und in dem viele Regeln vorgegeben wurden? Die Ausstellung fragt nach der künstlerischen Selbstwahrnehmung und -inszenierung und will zeigen, wie sehr das Kunstschaffen in der DDR mit der europäischen Bildtradition zusammenhängt.

Die bildenden Künste hatten in der DDR eine staatstragende Funktion, und das führte bei den Künstlern natürlich zu Konflikten. Immer mussten sie sich zwischen den vorgesehenen Rollen und den verbleibenden Nischen entscheiden, zwischen dem verordnetem Kollektivismus und den eigenen Ideen - es gab sozusagen produktive Verhältnisse. "Hinter der Maske" will nun zeigen, wie sich die Künstler in der DDR dazu verhalten haben und was dabei herausgekommen ist.
barberini_kissing_leipziger_am_meer_1976-79.jpgEin prächtiges Beispiel der Leipziger Schule sind die 1976 bis 79 von Erich Kissing gemalten "Leipziger am Meer". Sie sehen ziemlich echt aus, aber die Realität war mit Träumen damals besser zu ertragen. Foto: Museum der bildenden Künste, Leipzig / © VG Bild-Kunst

Gezeigt werden gut 100 Bilder, Fotos, Graphiken, Collagen und Skulpturen aus 80 verschiedenen Ateliers. Zehn Arbeiten kommen aus der eigenen Sammlungen, der große Teil der Ausstellungsstücke sind aber Leihgaben aus Museen, Galerien und Privatsammlungen vorwiegend im Osten des Landes. Die eingangs genannten Urheber sind alle vertreten.

Zur Ausstellung erscheint ein 270-seitiger Katalog für 30 (Museumsshop) bzw. 40 Euro (Buchhandel).

Parallel zur Ausstellung zeigt das Museum Barberini ein perfektes Beispiel staatlicher Repräsentationskunst, nämlich die16 großformatigen Bilder, die zu DDR-Zeiten im Palast der Republik aufgehängt waren, die sogenannte Galerie (Hinweise hier). Auch zur Palast-Galerie erscheint eine Dokumentation.
barberini_womacka_walter_wenn_kommunisten_traumen_1975.jpgUnd hier ein Gegenstück aus dem Palast der Republik: "Wenn Kommunisten träumen..." heißt das 1975 von Walter Womacka gemalte Wandbild, auf dem sich die Motive des Sozialistischen Realismus schon etwas häufen ... Foto: © VG Bild-Kunst, Bonn 2017


 
Eintritt:  14 / 10 Euro, unter 18 Jahren frei 
URL:  www.museum-barberini.com/hinter-der-maske/


Zur Umkreissuche   Anschrift
Museum Barberini
Humboldtstraße 5-6
14467 Potsdam
 
Telefon:  0331 97992-185
Telefax:  0331 97992-183
Email:  info@museum-barberini.com
URL:  http://museum-barberini.com/
 
 
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