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13.06.2019 - 20.06.2020

Wie Afrika die deutsche Bildhauerei inspirierte

Das Kunsthaus Dahlem zeigt in seinem Hauptsaal die neue Jahresausstellung "Inspiration Afrika. Ein Kontinent im Blick der deutschen Bildhauerei im 20. Jahrhundert". Mit Werken vom kolonialen späten 19. Jahrhundert bis zu den 1960er Jahren wird der Faszination nachgespürt, die der afrikanische Kontinent auf deutsche Bildhauerinnen und Bildhauer ausgeübt hat. Gleichzeitig wird hinterfragt, welche oftmals rassistischen Stereotypen damalige Seh- und Redegewohnheiten prägten und bis zum heutigen Tag ihren Nachhall finden.

Mit Skulpturen und Plastiken sowie Fotografien und Dokumentationsmaterial möchte die Ausstellung veranschaulichen, wie fasziniert viele deutsche Künstler von Afrika waren. Dabei geht es weniger um den sogenannten Primitivismus in der europäischen Moderne als vielmehr um die Art und Weise, wie man vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre Afrika überhaupt wahrnahm und darstellte. Vor allem in der Zeit, als Deutschland Kolonialmacht war, spiegelt sich in der skulpturalen Darstellung oft auch die Rhetorik des Kolonialismus wider. Demgegenüber gibt es idealisierende Wahrnehmungen, in denen sich Kritik an der eigenen Gesellschaft und Kultur manifestiert, sowie romantisierende Vorstellungen des Fremden, wie sie Exotismus und Orientalismus hervorgebracht haben.

Ueberfall_Fritz Behn_1913.jpgFritz Behn: Überfall, um 1913, Sammlung Karl H. Knauf Berlin. Behn (1878-1970) war Mitglied der Münchner Secession und stellte zum Beispiel 1905, 1907 und 1909 auf der Biennale in Venedig aus. Zwischen 1907 und 1910 besuchter er zwei Mal für mehrere Monate die Kolonie Deutsch-Ostafrika und fand danach für seine afrikanischen Tierplastiken auch international Anerkennung. Er befürwortete die Kolonialherrschaft, Wikipedia bezeichnet ihn als "prototypische Leitfigur unter den deutschen ,Kolonialkünstlern'".
Foto: Bayer & Mitko, Kunstauktionshaus Neumeister München

Die Ausstellung umfasst Werke bekannter und weniger bekannter Kunstschaffender wie Fritz Behn, Karl Bobek, Bernhard Hoetger, Rudolf Maison, Jeanne Mammen, Gerhard Marcks, Emy Roeder, Walter von Ruckteschell, Eva Schwimmer, Gustav Seitz, Hans Wimmer und Sophie Wolff.

Zeitgleich zur Ausstellung "Inspiration Afrika" wird bis Januar 2020 die Wandinstallation "Exit" von Jenny Michel (*1975 in Worms) gezeigt. In der Arbeit verknüpft sie literarische Utopien und Fluchtfantasien mit realen Evakuierungsplänen.

Zur Ausstellung "Inspiration Afrika" bieten in den Sommerferien Marian Fuchs und Laura Mang von be art of it einen zweitägigen Workshop für Kinder ab 7 Jahren an. Inspiriert von der Erfahrung und Verarbeitung von Fremdheit in den Werken der Ausstellung werden unter dem Motto "Figur - Fremd - Form" Gipsplastiken hergestellt.

 


Zur Umkreissuche   Anschrift
Kunsthaus Dahlem
Käuzchensteig 8
14195 Berlin - Steglitz-Zehlendorf
 
Telefon:  +49 (0)30 83227 258
Telefax:  +49 (0)30 83227 259
Email:  info@kunsthaus-dahlem.de
URL:  www.kunsthaus-dahlem.de
 
Öffnungszeiten:  Mi-Mo 11-17 Uhr
 
In dem als Staatsatelier des Bildhauers Arno Breker errichteten Gebäude zeigt das Kunsthaus Dahlem seit Sommer 2015 plastische Kunst vor allem der Jahre 1945 bis 1961, ergänzt durch Malerei, grafische Arbeiten und Fotografie. Im Eingangsbereich kostenfrei zu besichtigende Schautafeln zur Geschichte des Hauses.
 
 
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