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14.10.2017 - 03.03.2018

Mit Stock, Charme und Melone

Schlosspark_Chaplin_e_DERDEHMELUrbschat.jpgCharlie Chaplin kennt man ein wenig, war er doch einer der, wenn nicht der wichtigste Komiker in der Filmgeschichte. Er hatte einen schmalen Schnurrbart, den man später auch Chaplinbart nannte, seine Hose war zu groß und seine Jacke zu klein, er hatte immer einen Stock in der Hand und eine Melone auf dem Kopf. Und er war nicht immer nur lustig, es gab immer auch ernste Momente in seinen Filmen.

Ähnlich lief es in seinem Leben ab. Chaplins Karriere als Komiker konnte kaum erfolgreicher verlaufen und er verdiente so viel Geld, dass er 1919 zusammen mit Mary Pickford, Douglas Fairbanks und David Wark Griffith die Filmgesellschaft United Artists gründen konnte. Auf der anderen Seite wurde ihm in der McCarthy-Zeit kommunistisches Gedankengut vorgeworfen und nach einem Auslandsaufenthalt konnte er 1952 nicht mehr in die USA zurückreisen. Er lebte bis zu seinem Tod 1977 in Europa.

Die Folgen für den Menschen Charlie Chaplin waren krass, weshalb der französische Autor Daniel Colas auch sein Leben einfangen wollte. Herausgekommen ist ein Held zum Anfassen, der seine Familie liebt, der weiß, wie er sein Publikum zu behandeln hat und der seine Medienpräsenz für politische Zwecke einsetzen konnte.

Und all das wird nun im Schlosspark Theater gezeigt als deutschsprachige Erstaufführung von "Ein gewisser Charles Spencer Chaplin". Das französische Theaterstück wurde von Dieter Hallervorden ins Deutsche übertragen, und dafür hat der Hausherr des Schlosspark Theaters auch ein Händchen - das Zuschauen ist nämlich nicht nur spannend, es macht auch Spaß. Was natürlich an der Leistung der Schauspieler liegt, die einen im Laufe des Stückes immer zufriedener im Sessel versinken lässt. Die Titelrolle spielt Wolfgang Bahro, den manche als 'Dr. Jo Gerner' aus GZSZ kennen, der aber Charlie Chaplin in jeder Situation hervorragend darstellen kann - selbst am Schluss mit verqueren und hölzern wirkenden Tanzszenen, die aussehen, als tobe der Meister selbst über die Bühne. Oder wie Brigitte Grothum Charlies Mutter mit all ihren Problemen rüberbringt, das ist schon sehenswert.
Schlosspark_Chaplin_ DERDEHMELUrbschat.jpgHier wird gerade "Moderne Zeiten" geprobt - und es sieht auch so aus!
Fotos: DERDEHMEL/Urbschat


Wolfgang Bahro, der in der Regel einen Bösewicht spielt, stellte Charlie Chaplin besonders gern dar - nicht nur, weil er ihn seit seiner Kindheit mag. "Für mich ist es sehr wichtig, dass wir authentisch sind und den 'wahren' Charles Spencer Chaplin zeigen, ohne ihn auf ein Podest zu heben oder zu verteufeln. Der Mensch in all seinen Widersprüchen und Makeln soll hier genauso gezeigt werden wie der geniale Künstler", erklärte der Schauspieler. Und all das ist so gut gelungen, dass man es sich ansehen sollte.

Hier die Aufführungstermine,
die nächsten sind 6. bis 12. November und 5. bis 9. Dezember
 
Eintritt:  18 bis 39,50 Euro 


Zur Umkreissuche   Anschrift
Schlossparktheater
Schloßstraße 48
12165 Berlin - Steglitz-Zehlendorf
 
Telefon:  Kartentelefon 030 / 789 5667-100
Email:  berliner@schlossparktheater.de
URL:  www.schlossparktheater.de
 
 Rubriken: 

Kunst und Kultur
Theater

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