Home

09.02.2016, 19:00 Uhr

Dreizack und roter Stern

Buch_DreizackundroterStern.jpgEs wird nicht mehr viel über ihn berichtet, aber nicht weit von uns existiert weiter ein heftiger Konflikt - im Osten der Ukraine. Um die Geschichte dieses Landes geht es in dem Buch "Dreizack und Roter Stern" von Christiane Schubert und Wolfgang Templin, über das die beiden Osteuropaspezialisten am Dienstag, dem 9. Februar ab 19 Uhr im DDR-Museum mit dem Publikum diskutieren.

Behandelt wird darin die Frage, wie das Land mit seinem historischen Problem umgeht, dass der Westen der Ukraine nach Europa strebt, der Osten aber nach Russland. Von dort wird in jüngerer Vergangenheit gern darauf verwiesen, dass die Wiege Russlands in Kiew stand, gleichzeitig unterstützt man die Separatisten in der Ostukraine mehr oder weniger offen. Die gegenwärtige Lage erkläre sich aus der Geschichte des Landes und aus seinem Verhältnis zu den Nachbarländern, erklärte Wolfgang Templin; historische Kenntnisse über die Ukraine, ihre Entwicklungsgeschichte und ihr Selbstverständnis seien entscheidend, um die heutige Lage überhaupt verstehen zu können. "Gegenwärtig wird der Ukraine ja förmlich ihre eigene Identität, ihre kulturelle Tradition abgesprochen, sie wird als Teil Russlands definiert, sie wird ihrer Geschichte beraubt, die sie aber hat und die wir darzustellen versuchen", erklärte Templin gegenüber dem Deutschlandfunk. Im Titel des Buches wird übrigens erklärt sein Inhalt erklärt: Seit 1917 ist der Dreizack das Symbol für die Unabhängigkeit der Ukraine. Vor allem in den 1920-er und 30-er Jahren gab es in dem land heftige Differenzen zwischen national-ukrainischen und russisch-sowjetukrainischen Bewegungen und den daraus folgenden Problemen im Krieg. Patriotische Bestrebungen haben in dem Land aber schon deswegen Tradition, weil über Jahrhunderte kein stabiler eigener Staat möglich war. In der derzeitigen Situation können laut Schubert und Templin dem Land nur weitere Reformanstrengungen und eine Verbesserung der miserablen wirtschaftliche Lage helfen - wobei die EU und Finanzorganisationen wie der IWF helfen müssen. "Alleine kommt die Ukraine nicht auf die Beine."

Christiane Schubert, Wolfgang Templin: "Dreizack und Roter Stern: Geschichtspolitik und historisches Gedächtnis in der Ukraine", ISBN 9783863312329, 19,90 Euro.
 


Zur Umkreissuche   Anschrift
DDR Museum
Karl-Liebknecht-Straße 1
10178 Berlin - Mitte
 
Telefon:  +49 (0)30 84 71 23 73-0
Email:  post@ddr-museum.de
URL:  www.ddr-museum.de
 
Das DDR Museum zeigt den Alltag der Menschen in der DDR und gibt dabei viele Hinweise auf den Lebensstandard, den Einfluss des Staates oder die tatsächlichen Auswirkungen der "positiven Errungenschaften der DDR". Präsentiert wird dies nach dem Motto "Geschichte zum Anfassen" - man betritt eine Plattenbausiedlung im Maßstab 1:20 und kann in Schubladen, in Schränken und hinter Türen alle möglichen Exponate und Informationen finden, anfassen und benutzen. Eine Küche riecht noch wie in DDR-Zeiten und man kann sich in einen Trabi zur virtuellen Rundfahrt setzen. Das Schauen wird zu einem Sinn unter vielen und mit Recht kann man das Museum als interaktiv bezeichnen.
 
 
Rock&Pop Tickets bei www.eventim.de