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29.09.2017 - 08.04.2018

Flugblätter, Bilderbögen, Comicstrips

Sie läuft zwar schon eine Weile, aber wer die Ausstellung "Gier nach neuen Bildern" im Zeughaus noch nicht gesehen hat, sollte dies nachholen. Zumindest, wenn er oder sie gern zur Zeitung greift - die ausgestellten Illustrationen sind einfach spannender und Karikaturen sieht man sich doch immer gern an. Im Deutschen Historischen Museum gibt es den Geschichtsunterricht dann auch noch dazu.

Das Nachrichtengeschäft nutzt seit dem späten 19. Jahrhundert Fotografien, doch auch vorher gab es Publikationen, die ohne exakte Abbildungen auskam. Verbreitet wurden möglichst sensationelle Nachrichten, politische Bildsatire und humorvolle Reportagen, und die Ausstellung dokumentiert genau diesen "Bildjournalismus" vor den Zeiten der Fotografie.
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Ein Beispiel für nachrichtlichen Bildjournalismus: "Das erschröckliche Erdbeben in Messina", wie es Johann Baptist Bergmüller 1783 darstellte. Foto: DHM

Entstanden sind die Flugblätter und Bilderbögen auf unterschiedliche Art. Es begann mit Holzschnitten und Kupferstichen, doch letztere waren aufwendig und teuer. Die höchsten Auflagen ermöglichten ab 1800 die Lithographie und der Holzstich. Das erste, was unserem Verständnis von Printmedien in etwa entsprach, waren indes die ersten gedruckten Flugblätter im 16. Jahrhundert - und schon damals galt, dass bebilderte Veröffentlichungen am besten ankamen.DHM_Karikatur_auf_Napoleons_Russlandfeldzug__nach_1812_.jpg
Diese 1812 entstandene Karikatur auf den Rückzug der Grande Armée wird allein durch das Zitieren Napoleons zur Satire. Foto: DHM

Die Ausstellung zur Frühgeschichte des Bildjournalismus präsentiert drei Geschäftsmodelle der Flugblatt- und Bilderbogenproduktion, die sich vom 16. bis ins 20. Jahrhundert kaum verändert haben. Da gibt es für das breite Publikum ein Angebot mit Bildern von Naturkatastrophen oder Neuigkeiten aus den Adelshäusern, das wir heute oft in der Boulevard-Presse finden. An politisch interessierte Leser wandte sich die Bildsatire, die sich für den "rechten" Glauben oder gegen Zensur und Unterdrückung einsetzte. Und drittens gab es Kunden, die nach lehrreicher und humorvoller Unterhaltung suchten und dann Bilderbögen für den Nachwuchs erwarb oder in der Zeitung gern Comicstrips verfolgte. "Aus heutiger Sicht ergeben sich erstaunliche Parallelen zur gegenwärtigen Boulevardpresse, zum momentanen medialen Bilderkampf der Ideologien sowie zum anspruchsvoll-unterhaltsamen Feuilleton", schreibt das Historische Museum, das aus seiner Sammlung 180 originale graphische Nachrichtenblätter zeigt und in Medienstationen komplette Bilderfolgen präsentiert.
 
URL:  https://www.dhm.de/ausstellungen/gier-nach-neuen-bildern.html


Zur Umkreissuche   Anschrift
Deutsches Historisches Museum
Unter den Linden 2
10117 Berlin - Mitte
 
Telefon:  030 20 30 40
URL:  www.dhm.de
 
 Rubriken: 

Kunst und Kultur
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