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06.04.2019 - 28.07.2019

Deutsch-deutsche Kunst auf der Zitadelle Spandau

Aus Anlass des Mauerfalls vor 30 Jahren kann man in der Spandauer Zitadelle Kunstentwicklungen von der DDR bis in die Gegenwart kennenlernen. Vorgestellt werden eine umfangreiche Sammlung zur Leipziger Kunst aus den Jahren von 1960 bis in die Gegenwart und der Berliner Maler Clemens Gröszer, womit nicht nur die verschiedenen Traditionslinien der bildenden Kunst in der DDR deutlich werden, sondern auch die ungebrochene Aktualität ihrer Schwerpunkte und Inhalte für jüngere Generationen von Künstlerinnen und Künstlern in Ost und West.

Mattheuer_Wolfgang_Große Straße II.jpgRechts die 1962 gemalte bekannte "Große Straße II" von Wolfgang Mattheuer.Foto: © VG Bild-Kunst Bonn, Foto Jürgen Kunstmann

Der Einfluss der "Leipziger Schule" auf die Malerei im Land war und ist immens, auch wenn der Begriff seit seiner Prägung Mitte der 1970er Jahre umstritten ist und seit zwei Jahrzehnten die "Neue Leipziger Schule" Aufmerksamkeit einsammelt. Ihre Vertreter besuchtne die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig plus zwei, drei hoch begabte Autodidakten. Nach der Wende begann die örtliche Sparkasse, aus diesem vervorragenden Fundus eine hauseigene Kunstsammlung anzulegen und aus dem kann man nun einige spannende Beispiele begutachten.

Die Ausstellung "Meisterstück! Hauptwerke aus der Kunstsammlung der Sparkasse Leipzig" zeichnet die faszinierenden Wege der Leipziger Kunst von der Gründergeneration über die prägenden Lehrerfiguren der "Neuen Leipziger Schule" bis heute nach. Zu sehen sind Arbeiten von Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer, Arno Rink, Neo Rauch und anderen. Ergänzt durch Grafiken und Fotografien werden in der Ausstellunginsgesamt 140 Werke von 88 Künstlerinnen und Künstlern gezeigt.

Zur gleichen Zeiten steht in einer Ausstellung mit Clemens Gröszer (1951-2014) ein Berliner Maler im Mittelpunkt, der sich sowohl in der späten DDR als auch in der Bundesrepublik wenig um den Mainstream scherte. Mit mehr als 60 Portraits zeichnet die Ausstellung im Zentrum für Aktuelle Kunst ein vielgestaltiges Portrait des Malers, dessen neoveristischer und an den großen Meistern orientierter Malstil sich dezidiert gegen aktuelle Kunstentwicklungen in Ost und West wendete.

Zitadelle_Clemens Gröszer, (Detail) Portrait A. K..jpgDas "Portrait A. K." malte Clemens Gröszer 2012. Foto: © VG Bild-Kunst Bonn, Foto Bernd Borchardt

Der Kunsthistoriker Matthias Flügge beschrieb Gröszers Arbeitsweise so: "Nicht zusammengehörige Dinge in neue Bedeutungskonstellationen zu treiben, ist ein spätromantisches Prinzip, das er [Clemens Gröszer] sich zu eigen machte: Entfremdung als Zweckentfremdung, Trivialität als Kunstmittel und zugleich kultureller Befund. Das Faszinosum, daß alles Maske ist, treibt den Maler vor die Staffelei. Und es gelingt ihm immer wieder, hinter den modischen Fassaden und Verkleidungen menschliche Substanz sichtbar und deutbar zu machen." Der humorvolle und gleichzeitig kritische Blick Gröszers auf Menschen und gesellschaftliche Umbrüche ist allemal genauerer Betrachtung wert.

 
Eintritt:  4,50 ermäßigt 2,50 Euro 


Zur Umkreissuche   Anschrift
Zitadelle Spandau
Am Juliusturm 64
13599 Berlin - Spandau
 
Telefon:  030 / 354 944 -0
Email:  info@zitadelle-spandau.de
URL:  www.zitadelle-spandau.de
 
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