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11.03.2018, 20:00 Uhr

Jazz & Lyrics: Herz der Finsternis

"Herz der Finsternis" (im Original "Heart of Darkness) ist eine 1899 von Joseph Conrad geschriebene Erzählung, die eine finstere Geschichte aus dem kolonialen Afrika erzählt. Sie gilt als einer der bedeutendsten britischen Romane, wurde mehrmals verfilmt und diente als Vorlage für mehrere Computerspiele. Am Sonntag kann man sich die Reise ins Unbekannte des afrikanischen Kontinents und gleichzeitig ins Unbewusste der westlichen Zivilisation in der Deutschen Oper zu Gemüte führen - als Jazzmelodram, bei dem die Bigband der Deutschen Oper für die richtige Stimmung sorgt.

Ihre Beschreibung des Inhalts beginnt die Deutsche Oper so: "Ich hob den Kopf. Die Mündung war von einer schwarzen Wolkenbank umlagert und die ruhige Wasserstraße, die zu den letzten Enden der Welt führte, strömte düster unter bedecktem Himmel dahin wie in das Herz einer ungeheuren Finsternis."

In der Handlung schildert ein Seemann seine Fahrt in einem maroden Dampfschiff auf dem Kongo, an dessen äußerstem Außenposten er schließlich deren Leiter, den legendären Kurtz trifft, der dem Land und seinen Leuten mit ominösen Verfahren das begehrte Elfenbein abpresst. Die Fahrt wird bedroht durch gefährliche Untiefen des Flusses, undurchdringliche Vegetation und tödliche Pfeile, die von unsichtbaren Bögen abgeschossen werden. Auch dem einst so mächtigen Kurtz droht ein Ende in Fieber und Krankheit, es ist also alles ziemlich marode.

Conrad beschrieb Zentralafrika auf dem Höhepunkt des Kolonialismus und schildert die hemmungslose Ausbeutung des Kontinents und seiner Bewohner durch die weißen Kolonialherren in düster-suggestiven Farben. Die Reise - scheinbar entworfen als Abenteuergeschichten in der literarischen Tradition der englischen Seefahrererzählungen - dient dem Autor als Folie eines inneren Weges: des Abstiegs in die erschreckenden Untiefen der menschlichen Psyche.

Guter Stoff also für den Autor und Performancedichter John von Düffel, der zusammen mit dem Komponisten Manfred Honetschläger daraus ein Jazzmelodram entwickelte. Wobei eher "Kopfkino" geboten werden soll als ein Kriegsfilm - Francis Ford Coppolas nutzte die Geschichte ja für "Apocalyps Now". Und die Bigband der Deutschen Oper wird sicher ihr Scherflein zur Kopfirritation beitragen, die Musik wurde extra für das Ensemble geschrieben.
bigband dt oper.jpgHörenswert: die BigBand der Deutschen Oper. Foto: Deutsche Oper
 
Eintritt:  20/15 Euro 
URL:  https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/calendar/jazz-lyrics-herz-der-finsternis.14631294


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