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11.09.2019 - 03.11.2019

Kirchner · Richter · Burgert

In dem Collectors Room sind zurzeit Werke aus der Olbricht-Sammlung zu sehen - vor allem Bilder des Menschen von den drei genannten Malern aus drei Generationen.

ernst-ludwig-kirchner-funf-kokotten-1914-olbricht-collection-photo-jana-ebert.jpgKirchner malte seine fünf Kokotten 1914, und irgendwie schauen sie auch so aus ... Foto: Jana Ebert

Thomas Olbricht interessierte sich seit seiner Jugend für die graphischen Blätter deutscher Expressionisten, "Die Brücke" und vor allem Ernst Ludwig Kirchner hatten es ihm besonders angetan. Heute vereint die Olbricht Collection mit Akten und Portraits sowie den Berliner Straßenszenen zwei Motivgruppen, die intereswsante Blicke in ihre Entstehungszeit ermöglichen. So spiegeln Kirchners Bilder aus seiner Zeit in Dresden ein 1909 bis 1911 an den Moritzburger Seen entstandenes Arkadien-Idyll, die in schneller Strichführung ausgeführten Berliner Straßenszenen, die nach seinem Umzug nach Berlin 1911 entstanden, zu Sinnbildern der Hauptstadt am Vorabend des ersten Weltkriegs. Die berühmten Schaufensterszenen mit den Kokotten am Kurfürstendamm legen den Gedanken an einen Tanz auf dem Vulkan nahe.


gerhard-richter-betty-1991-gerhard-richter-2019-0124.jpgRichters Tochter Betty in einem Offset-Druck nach dem Gemälde. Foto: Olbricht Collection

Gerhard Richter kam 1932 auf die Welt, nicht lange vor vor Kirchners Tod. Die Olbricht Collection besitzt Richters gesamtes Editionswerk und und kann so sein Schaffen über fünf Jahrzehnte hinweg abbilden. Neben den abstrakten Tapisserien wird auch hier der Blick auf Menschenbilder gelenkt - seit den 1960er Jahren eines der zentralen Themen der Editionen. Sowohl Fotografien aus dem Familienalbum als auch Pressebilder berühmter Persönlichkeiten dienen Richter als Vorlagen, um künstlerische Techniken auszuloten - und er reproduzierte einige seiner gemalten Portraits und Bildnisse als Drucke oder Fotografien. so zum Beispiel die "48 Portraits", die im me Collectors Room als Edition gezeigt werden. Die malerischen Vorlagen wurden 1972 auf der Biennale in Venedig gezeigt.

jonas-burgert-haltstand-2012-courtesy-the-artist-blainsouthern-photo-lepkowski-studios.jpgJonas Burgert malte "Haltstand" 2012 Foto: Burgert/Lepkowski-Studios

Einen Blick auf die junge Kunst warf Thomas Olbricht auch immer wieder, so stieß er vor 15 Jahren auf die von geheimnisvollen Gestalten bevölkerten mysteriösen Szenerien des 1969 in Berlin geborenen Jonas Burgert, dessen Karriere er seitdem als Sammler begleitet und dessen monumentale Gemälde und Skulpturen er schätzt. Bildnisse gedankenverlorener Persönlichkeiten bleiben unerklärlich, die Geschichten hinter den Figuren nebulös, während sie gleichzeitig eine ganze Klaviatur menschlicher Empfindungen aufrufen, die der Künstler durch archaische Symbole, irreal verzerrte Perspektiven oder eine grelle Farbpalette zu evozieren
versteht. Burgerts Arbeiten entziehen sich einer sozialpolitischen Verortung ebenso wenig, wie sie verschiedenen Techniken erproben, vielmehr erarbeitet der Künstler menschliche Empfindungen und Empfindsamkeiten, wie neueste Arbeiten direkt aus dem Atelier eindrucksvoll belegen.

 


Zur Umkreissuche   Anschrift
me Collectors Room Berlin / Stiftung Olbricht
Auguststraße 68
10117 Berlin - Mitte
 
Telefon:  +49 30 86 00 85-10
Email:  info@me-berlin.com
URL:  http://www.me-berlin.com
 
 
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