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25.02.2018, 11:00 Uhr

Potsdamer Orangerien informieren über ehemalige "Götterfrüchte"

In Zeiten großer Kälte weisen wir besonders gerne auf Angebote hin, die einen den Winter ein wenig erträglicher vorkommen lassen, zum Beispiel "Citrus und Co in ihrem Winterquartier" im Neuen Garten und im Park Sanssouci.
orangerien.jpgIn den Potsdamer Parks stehen im Sommer hunderte Orangenbäumchen und andere exotische Gewächse, die bei unserem Wetter leider nicht im Freien existieren können (zumindest bisher). Foto:© SPSG / Pierre Pasler

Zur Haltung von exotischen Pflanzen ließen die preußischen Könige Orangerien bauen, in denen Zitrusfrüchte oder Palmen gut geschützt überwintern konnten. Da die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) ein Themenjahr "Zu Tisch!" ausgerufen hat, kann man am Sonntag von 11 bis 14 Uhr zwei Überwinterungsstätten besuchen: Die Orangerie im Neuen Garten und die beeindruckenden Pflanzenhallen des Orangerieschlosses im Park Sanssouci.

Im Mittelpunkt stehen an diesem Tag die "Götterfrüchte", die zu Zeiten der preußischen Könige besonders kostbar waren. 7822 Taler zahlte man 1792 für 11 Kilo Orangen und 4 Kilo Orangenblüten. Ein stattlicher Preis - denn von den Talern hätten sich zu jener Zeit rund 43 Familien ein Jahr lang unterhalten können. Die Orange galt im 18. Jahrhundert als Luxusartikel und Statussymbol, aber sie fand auch in Apotheken Verwendung, ehe sie auf die königliche Tafel kam und letztendlich in der bürgerlichen Küche Einzug hielt. Mit welch unglaublichen Raffinessen und Erfindungsgeist die sonnenverliebten Zitrusfrüchte bei uns gedeihen konnten, erzählen heute noch die Orangerien im Neuen Garten und im Park Sanssouci.

In der Orangerie im Neuen Garten in Potsdam heißt es von 11 bis 14 Uhr "Citrus und Co: Von Götterfrüchten und Tafelfreuden". SPSG-Gartenexperten führen durch die Orangerie und geben Tipps zur Winterpflege. Die Kunsthistorikerin Marina Heilmeyer hält einen Vortrag über die Geschichte und Kulinarik der Zitrusfrüchte und "à la maison" sorgt bei aufkommendem Appetit für Leckereien. Der Eintritt kostet 8, ermäßigt 6 Euro, Kinder bis 16 Jahre frei. Treffpunkt ist vor der Orangerie.

Die Orangerie im Neuen Garten wurde 1791-93 nach Entwürfen von Carl Gotthard Langhans errichtet. An den prächtigen zentralen Palmensaal, der für Konzerte genutzt wurde, schließen beidseitig langgestreckte Pflanzenhallen mit südlicher Fensterfront an. Auch heute noch dient die Orangerie mit ihrer historischen, noch funktionstüchtigen Kanalheizung als Winterquartier für subtropische Pflanzen.

Im Orangerieschloss im Park Sanssouci werden ebenfalls von 11 bis 14 Uhr bei "Citrus und Co" Geschichten und Geschichte rund um die Götterfrucht erzählt, das heiß erfahrene Orangeriegärtnerinnen und -gärtner geben Auskunft über die historischen Pflanzenhallen und über die Haltung der Zitruspflanzen. Man kann ihnen auch bei praktischen Arbeiten wie dem Schneiden von Zitrusfrüchten oder dem Befeuern der Kanalheizung zusehen und bekommt von ihnen passende Fragen beantwortet. Der Eintritt kostet 5, ermäßigt 4 Euro, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre frei. Treffpunkt ist am Eingang der Pflanzenhalle.

Die über 300 Meter lange Orangerie im Park Sanssouci ließ König Friedrich Wilhelm IV. zwischen 1851 und 1864 nach eigenen Entwürfen errichten. Neben dem herrschaftlichen Mittelbau des Orangerieschlosses - im Stil einer italienischen Renaissance-Villa gehalten - umfasst die imposante Dreiflügelanlage eine westliche und eine östliche Pflanzenhalle, die bis heute als Winterquartier für kälteempfindliche subtropische Kübelpflanzen dienen.
 


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Neuer Garten, Orangerie
Am Neuen Garten
14467 Potsdam
 
 
 
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