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31.05.2017 - 29.06.2017

Concinnitas - Die Schönheit mathematischer Formeln

Eine Ausstellung in der Bibliothek der Freien Universität

Mathematisch weniger begabte oder gebildete Menschen haben in der Regel kein inniges Verhältnis zu Formeln. Verständlich sind die Darstellungen oft nicht, und ihr Aussehen bebildert oft nur die Komplexität der eigenen Unwissenheit. Und so etwas soll man sich freiwillig angucken?

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Die abgebildete Darstellung eines Ampèreschen Gesetzes beschreibt eigentlich den Zusammenhang zwischen elektrischen Strömen und Magnetfeldern. Wenn man sie betrachtet, gehen die Gedanken aber gern auf eine wunderliche Reise. Könnte es zum Beispiel eine Darstellung über den Beziehungswirrwarr sein samt der äußeren Einflüsse, die auf ihn einwirken? Oder ist es eine Darstellung der Luftbewegung in einem Raucherzimmer nach Einbau einer Filteranlage? Es könnte auch das Bewegungsmuster eines Kreisels auf unebenem Boden ...

Der Phantasie sind also kaum Grenzen gesetzt, weshalb wir hier auf die Ausstellung "Concinnitas - Die Schönheit mathematischer Formeln" hinweisen, die noch bis 29. Juni im Foyer der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin zu sehen ist. Sie zeigt zehn Aquatinta-Radierungen des Künstlers Bob Feldman, der bedeutende zeitgenössische Mathematiker und Physiker nach den schönsten mathematischen Formeln fragte und diese in Radierungen umsetzte. Ergänzend werden Bücher zum Thema "Mathematik und Ästhetik" aus den Beständen der Bibliotheken der Freien Universität gezeigt, darunter etwa aus dem Kunsthistorischen Institut eine Ausgabe von "De re aedificatoria" von 1574 des italienischen Humanisten, Schriftstellers und Mathematikers Leon Battista Alberti.

Bob Feldman hat die Ausstellung gemeinsam mit der Kunstdruck-Druckerei Parasol Press in Zusammenarbeit mit der Yale University Art Gallery umgesetzt. "Mathematische Formeln geben Einblick in unterschiedliche Konzepte von Schönheit", meinte er. Die Auswahl der Mathematiker, darunter Fields-Medaillen- und Nobelpreisträger, berühre vielfältige Aspekte und reiche von Einfachheit über Eleganz bis hin zu Universalität. Der Titel der Ausstellung, der rhetorische Begriff concinnitas, bedeutet bei Cicero die "harmonische, rhythmische Verbindung der Wörter unter anderem Gedanken". Leon Battista Alberti (1404-1472) verwendet concinnitas in seiner Schrift über die Baukunst (De re aedificatoria) im Sinne von "Harmonie in Zahl, Beziehung und Anordnung der einzelnen Teile eines Gebäudes".

Die Ausstellung wird im Foyer der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin gezeigt, die montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr geöffnet ist.

 


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Garystr 39
14195 Berlin - Steglitz-Zehlendorf
 
Telefon:  (030) 838-511 11
Email:  auskunft@ub.fu-berlin.de
URL:  http://www.fu-berlin.de/sites/ub/index.html
 
 
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