Home

16.11.2019 - 15.03.2020

Unzertrennlich. Die zu Bildern gehörenden Rahmen der Brücke-Künstler

"Ungerahmte Bilder gebe ich niemals auf Ausstellungen ... wenn ich etwas mache, so recht und gut als irgend möglich, sonst lieber nicht", schrieb Ernst Ludwig Kirchner 1937 und betonte hiermit, wie zentral für ihn der Rahmen für das Bild war.

Die Ausstellung Unzertrennlich widmet sich dieser Verbundenheit und untersucht erstmals die besondere Rolle und Bedeutung des Bilderrahmens für die Künstler der Brücke.

Kirchner_Marzella.jpgRechts eines der Bilde von Marzella von Ernst Ludwig Kirchner, 1909-1910 mit einem Rahmen versehen, der das Bild sehr gut in den Vordergrund rückt. Foto: Moderna Museet, Stockholm.

Im Gedanken des Gesamtkunstwerks entwarfen Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Emil Nolde, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff den Rahmen von Beginn an als Teil des Bildes mit. Sie nutzten besondere Rahmenprofile, versahen sie mit geschnitzten Ornamenten, fassten sie und gestalteten sie farblich - immer in kompositorischer Einheit mit den Bildwerken.

Anfangs erinnerten die Rahmenkonzepte noch an impressionistische Vorbilder, weiße Rahmen und farbig gestaltete Modelle sollten die Bildfarben besser wirken lassen. Bei der Brücke sollten schlichte schwarze Bretterrahmen als Gruppenzeichen dienen. Gleichzeitig wurden aber individuelle Vorlieben sichtbar - so schnitzte Schmidt-Rottluff gerne und Kirchner bemalte häufig nicht nur die Leinwand, sondern auch das Holz. Aber alles ändert sich und so kann man mittlerweile auf Rahmen verzichten oder sie leer zum Kunstwerk erklären.

Mehr als 30 Leihgaben und zahlreiche originalgerahmte Gemälde aus dem Bestand des Brücke-Museums beleuchten den bisher kaum beachteten Aspekr der Kunstproduktion. Außerdem sind in der Ausstellung Bilder zu sehen, die in Berlin noch nicht gezeigt wurden - zum Beispiel Kirchners berühmte Marzella (1909-1910) aus der Sammlung des Moderna Museet in Stockholm. Aus dem Albertinum Dresden sind auch fünf Werke zu sehen, darunter Karl Schmidt-Rottluffs Gemälde Frauenkopf und Maske (1912), in dem die Formen der Gesichter in einer in den Rahmen geschnitzten Wellenlinie fortgesetzt werden.

Ein umfassender bebilderter Katalog ist bei Koenig Books erschienen, 400 Seiten, Museumsausgabe 50, Buchhandelsausgabe 60 Euro.

 


Zur Umkreissuche   Anschrift
Brücke-Museum
Bussardsteig 9
14195 Berlin - Charlottenburg-Wilmersdorf
 
Telefon:  030 831 20 29
Email:  bruecke-museum@t-online.de
URL:  www.bruecke-museum.de
 
 Rubriken: 

Kunst und Kultur
Kunstmuseen

Rock&Pop Tickets bei www.eventim.de