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30.05.2019 - 15.09.2019

"Skandal! Mythos! Moderne! Die Vereinigung der XI in Berlin"

Elf Maler gründeten 1892 in Berlin die "Vereinigung der XI", eine "Gemeinschaft zur Veranstaltung von künstlerischen Ausstellungen". Auch wenn der Name etwas exzentrisch geklungen haben mag, er arbeitete erfolgreich an und in der Kunstwelt.Die Ausstellung "Skandal! Mythos! Moderne! Die Vereinigung der XI in Berlin" im Bröhan-Museum zeigt nun mit mehr als 100 Werken von Künstlern wie Max Liebermann, Walter Leistikow, Ludwig von Hofmann und Franz Skarbina erstmals die Geschichte der Künstlerorganisation. Die Ausstellung rekonstruiert Teile der historischen Ausstellungen, stellt die beteiligten Künstler vor und beleuchtet das kunstpolitische Umfeld sowie die kontroverse Berichterstattung.

hofmann-madchen-am-strandekl.jpg"Mädchen am Strande" von Ludwig von Hofmann - eines der vielen sehr unterschiedlichen Bilder der XI. Fotos: Bröhan-Museum

Die Vereinigung der XI war visionär. Schon die Gründung war ungewöhnlich - noch nie gab es zuvor einen vergleichbaren Zusammenschluss moderner Künstler als Alternative zur Akademie und den traditionellen Künstlervereinen. Ihre Mitglieder vertraten fortschrittliche Kunstrichtungen wie Impressionismus und Symbolismus, die im kaiserzeitlichen Berlin sonst kaum einen Ort fanden. Ihr Ausstellungsort war die Galerie Schulte im Palais Redern, ein Stadtpalais Unter den Linden 1, dort wo heute das Hotel Adlon steht. Doch nicht nur die Lage war prominent, es war auch der modernste Ausstellungsraum der Stadt - er wurde als erster elektrisch beleuchtet und die von den Künstlern selbst konzipierte Hängung setzt neue Maßstäbe. Als Künstlerkuratoren können sie zudem ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Der Gruppe ging es also um eine grundsätzliche Verbesserung der Ausstellungssituation der bildenden Künstler und ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse.

Das Presseecho aof die Vereinigung der XI war groß, sämtliche Ausstellungen wurden erhitzt diskutiert und Anerkennung und Zuspruch hielten sich mit Empörung und Unverständnis in Form von vernichtenden Kritiken die Waage. Letztlich half die Frontenbildung aber auch, die "XI" bekannter und erfolgreicher zu machen. Man kann Liebermann oder Leistikow also mit Monet, Cézanne oder Pissarro vergleichen, die einige Jahre zuvor in Frankreich ähnliche Reaktionen hervorgerufen hatten. Die "XI" nahm mit Dora Hitz auch die erste Frau auf - 1897.

Letztlich bereitete die Vereinigung der XI also den Boden für die Moderne und es entwickelt sich landesweit eine neue Ausstellungspraxis - die der Gruppenausstellungen in kommerziellen Galerien. 1899, mit der Gründung der Berliner Secession, löst sich die Gruppe auf. Viele ihrer Mitglieder übernehmen führende Rollen in der neuen Ausstellungsorganisation.

Die Vereinigung der XI
Jacob Alberts (1860-1941)
Hans Baluschek (1870-1935)
Martin Brandenburg (1870-1919)
Hans Herrmann (1858-1942)
Dora Hitz (1856-1924)
Ludwig von Hofmann (1861-1945)
Max Klinger (1857-1920)
Walter Leistikow (1865-1908)
Max Liebermann (1847-1935)
George Mosson (1851-1933)
Konrad Müller-Kurzwelly (1855-1914)
Hugo Schnars-Alquist (1855-1939)
Franz Skarbina (1849-1910)
Friedrich Stahl (1863-1940)
Hugo Vogel (1855-1934)

Die Anzahl von elf Mitgliedern blieb konstant, für die ausscheidenden Künstler rückten aber andere nach.

leistikow-abend-am-schlachtenseekl.jpg "Abend am Schlachtensee" von Walter Leistikow, der auch zu den "XI" zählte.

Begleitprogramm

Eröffnung: Mi, 29.5., 19 Uhr, Anmeldung nicht erforderlich

Kostenlose öffentliche Führungen (zzgl. Museumseintritt)
an jedem Sonntag, 15 Uhr, Anmeldung nicht erforderlich

Expertinnenführung mit der Kuratorin und Buchautorin Dr. Sabine Meister
Sa, 8.6. und Sa, 7.9., jeweils 15 Uhr, kostenlos (zzgl. Eintritt), Anmeldung nicht erforderlich

Sommerfest
Do, 18.7., ab 17:30 Uhr

Lange Nacht der Museen
Sa, 31.8., ab 18 Uhr

Konzertreihe "Junge Musiker begegnen dem Jugendstil"
an jedem 1. Donnerstag im Monat, 14 Uhr, Anmeldung nicht erforderlich

Kostenlose "Familiensonntage"
jeden 3. Sonntag im Monat, 11 Uhr, für Kinder (5-12 Jahre) und ihre Familien, 90 min.,Anmeldung nicht erforderlich

Workshops für Erwachsene: "Malen wie die Meister - An der Staffelei mit Leistikow und Mosson"
Die Teilnehmer lernen beim Malen vor den Originalen die Handschrift der Künstler kennen und wecken den Impressionisten in sich. Keine Vorkenntnisse erforderlich

Malerdate mit Walter Leistikow (Sa, 8.6./6.7./3.8./7.9.),
Malerdate mit George Mosson (Sa, 15.6./20.7./17.8./14.9),
jeweils 14-17 Uhr, ab 16 Jahre, 39,- p.P., inkl. Eintritt und Material (Leinwand und Farben), verbindliche Anmeldung bis spätestens drei Tage vor dem gewählten Termin erforderlich unter: info@broehan-museum.de, Tel.: 030/32690600

Programm für Schulklassen
Infos: www.broehan-museum.de/vermittlung/

 


Zur Umkreissuche   Anschrift
Bröhan-Museum
Schloßstraße 1a
14059 Berlin - Charlottenburg-Wilmersdorf
 
Telefon:  +49/(0)30/326 906 00
Telefax:  +49/(0)30/326 906 26
Email:  info@broehan-museum.de
URL:  http://www.broehan-museum.de
 
 
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