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10.12.2016 - 23.04.2017

Total Records - Vinyl & Fotografie

Alte Schallplatten anzugucken ist immer eine Reise in die Vergangenheit. Man begegnet bekannter und (bei eigenen Platten) oft beliebter Musik und schon bei der Verpackung sieht man Bilder, die man damit in Verbindung bringt und die manchmal auch noch gut aussehen. Das c|o Berlin zeigt jetzt im Amerika-Haus eine Ausstellung über die Cover und nennt in der Mitteilung darüber gleich das berühmteste Beispiel einer innigen Verbindung von Musik und ihrer Hülle - die vier Männer, die hintereinander über einen Zebrastreifen laufen.

coBerlin_CDGJones.jpgViele Cover von Musikalben haben sich bei Generationen von Musikfans eingeprägt und wahrscheinlich wäre die Musik ohne ihre Verpackung auch weniger verkauft worden. Die Hülle verbindet Musik und Künstler, transportiert Identität und Style, regt die Phantasie zum Nachdenken über die (noch unbekannte) Musik an und wirbt natürlich für den Tonträger. Nicht jede Platte wird gekauft, weil man sie gehört und für gut befunden hat, die Ausstellungsmacher meinen sogar, der Wert einer Schallplatte sei vielfach "mindestens ebenso stark an das Coverbild geknüpft wie an die musikalische Aufnahme".

Das wichtigste Medium bei der Gestaltung von LPs waren Fotografien, daher ist es kein Wunder, dass auch viele sehr renommierte Fotografen und Künstler an der Gestaltung von Alben mitwirkten - was in Zeiten der Digitalisierung und des Online-Streamings allerdings nachlässt. Das quadratische Coverfoto als Gesamtkunstwerk hat inzwischen eher musealen Charakter und man kann die Verbindung von Musik- und Fotogeschichte im 20. Jahrhundert sich auf Ausstellungen ansehen. "Total Records" ist zumindest für erfahrene Musikfreunde einen Besuch wert, weckt es doch nicht nur Erinnerungen, sondern zeigt auch, wer in der Musikindustrie alles zusammenarbeitete. Andy Warhol unterstützte die Stones, Bernd & Hilla Becher Kraftwerk, Helmut Newton INXS, Annie Leibovitz Cindy Lauper usw. usf.

In der Ausstellung werden verschiedene Schnittstellen zwischen Musik und Fotografie betrachtet. Künstler hatten oftmals Einfluss, viele Cover waren aber keine Auftragsarbeiten, sondern wurden von den Musikern ausgedacht oder gecovert. Bei Plattenhüllen, die einen politischen Standpunkt klarmachen sollten,ging es eher um Überzeugungsarbeit. Andere Cover sollten skandalös wirken oder zensiert werden - das war schon immer verkaufsfördernd. Doch wer auch immer das Erscheinungsbild der Musik bestimmte, bei den rund 500 Exponaten wird das vielseitige Zusammenspiel zwischen Fotografie und Musik von den 1960er- bis in die 2000er-Jahre oft deutlich.

Geöffnet täglich von 11 bis 20 Uhr.
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Das Foto des Plakates am Amerika-Haus dürfte mindestens allen Passanten ab 50 bekannt vorkommen - auch, wenn die Musik damals für sich sprach. Foto: c|o Berlin / David von Becker

 
Eintritt:  10 / 6 Euro 
URL:  http://www.co-berlin.org/total-records


Zur Umkreissuche   Anschrift
C/O Berlin Foundation . Amerika Haus Berlin
Hardenbergstrasse 22 - 24
10623 Berlin - Charlottenburg-Wilmersdorf
 
URL:  http://www.co-berlin.org/
 
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