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18.08.2017 - 07.01.2018

Chinesische Fotografie und die Kulturrevolution

Allzu lange läuft sie nicht mehr, die Ausstellung "Arbeiten in Geschichte. Zeitgenössische chinesische Fotografie und die Kulturrevolution" in der Jebensstraße, weshalb wir nun eine Führung empfehlen, die einen guten Überblick über ein weitgehend unbekanntes Kapitel der Fotografie-Geschichte bietet: Was für Folgen hatte eigentlich die Kulturrevolution für die heutige Kunst- und Fotografie-Szene in China?
SMPK_Wang_Qingsong_Wettbewerb_2004.jpgSchon dieses Foto lohnt einen Besuch: Wang Qingsong nahm "Wettbewerb" 2004 auf, der ausgestellte Farbabzug ist 3x 1,70 Meter groß. © Wang Qingsong

Wie kaum ein anderes Ereignis hat die Kulturrevolution (1966-1976) die bildenden Künste Chinas während der letzten 50 Jahre geprägt. Mit ihr ist eine radikale Abkehr von traditionellen wie auch westlichen Kulturwerten verbunden, durchgesetzt mit einer Massenpropaganda enormen Ausmaßes. Für das Erreichen der politischen Ziele spielten neben Plakaten und Wandzeitungen vor allem Film und Fotografie eine entscheidende Rolle - ihre Ästhetik prägt bis heute unsere Vorstellung von der Kulturrevolution Chinas.
Dabei sind es weniger die geheim angefertigten Aufnahmen der Gewaltexzesse und Bücherverbrennungen, die heute rezipiert werden. Vielmehr sind es die offiziellen Bilder der Regierungspropaganda, die unzähligen Fotografien des Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Mao Ze-dong und der Massenversammlungen, die im Gedächtnis bleiben. Diese Aufnahmen bilden das Fundament für die Arbeiten heutiger Fotografen und Künstler, die die Bilder bedeutender Ereignisse auf vielfältigste Art transformieren und in gegenwärtige Bildsprachen übersetzen.

Fotografie wurde so intensiv als Propagandamedium genutzt, dass auch nach Jahrzehnten noch aufgewarbeitet wird - Formen der Zensur und Montage werden offengelegt, die heroisierende Aufnahmen werden hinterfragt oder Presseaufnahmen neu erklärt. Hinterlassenschaften wie Versammlungshallen und Parteizentralen werden ebenso dargestellt wie die rituelle Wiederbelebung symbolischer Aktionen jener Jahre, und natürlich wird auch einzelnen Biografien nachgegangen.

Die Ausstellung wird in zwei Teilen präsentiert: etwa ein Drittel ist der historischen Bildwelt der Kulturrevolution gewidmet. Sie setzt den Kontrapunkt zu den vielfach großformatigen, oft seriell angelegten zeitgenössischen Positionen, die in einer großzügigen Auswahl zusammen mit Videoinstallationen und Fotoskulpturen gezeigt werden.

Führungen durch die Ausstellung werden am 12. und 26. November sowie am 10. Dezember jeweils um 16 Uhr angeboten. Sie kosten 4 Euro zusätzlich zum Eintritt und man braucht sich nicht anmelden. Die Teilnehmerzahl ist aber begrenzt und die Karten sind auch online buchbar.

 
Eintritt:  10/5 Euro 
URL:  www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/museum-fuer-fotografie/ausstellungen/detail/arbeiten-in-geschichte.html


Zur Umkreissuche   Anschrift
Museum für Fotografie
Jebensstraße 2
10623 Berlin - Mitte
 
Telefon:  030 - 26 62 188
Telefax:  030 - 26 63 255
Email:  mf@smb.spk-berlin.de
URL:  www.smb.museum/smb/standorte/index.php?lang=de&p=2&objID=6124&n=12
 
 Rubriken: 

Kunst und Kultur
Kunstmuseen

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