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09.04.2018 - 30.06.2018

1914/18. Neukölln im Ersten Weltkrieg

Das Mobile Museum Neukölln im Neuköllner Tor

1912 wurde Rixdorf in Neukölln umbenannt, weil die Sitten in dem Arbeiterquartier als nicht mehr tolerierbar galten und zu viel gefeiert wurde, und diesen Ruf wollte man korrigieren. Zwei Jahre später änderte sich noch viel mehr, und nachdem sich das Kaiserreich in den ersten Weltkrieg gestürzt hatte, änderten sich die Lebensverhältnisse total. Ein guter Grund also, dass das Museum Neukölln ein Jahrhundert nach Ende des Krieges daran erinnert. Dies tut es aber nicht in seiner beliebten Unterkunft im ehemaligen Adelsgut Britz, sondern im Neuköllner Tor, einem Flecken Erde, an dem noch heute die Armut zu Hause ist, wo aber nur selten gefeiert wird.

Museum Neukölln_A_1WK_Landesarchv Bln.jpgOb die Abschiedsszene am Bahnhof Neukölln aufgenommen wurde, wissen wir nicht, zu sehen ist sie nun aber fast an dieser Stelle. Schon an Details kann man übrigens auch bei dieser Aufnahme sehen, wie selbstverständlich und unbekümmert die Männer damals in den Krieg zogen: Die Zigarette wird auch beim Abschied nicht aus der Hand gelegt. (Foto: Landesarchiv Berlin)

Mehr als 60 Millionen Soldaten, von denen fast 10 Mllionen fielen und rund 20 Millionen verwundet wurden: Der erste Weltkrieg sprengte alle Rekorde und brachte für sehr viele Menschen radikale Änderungen in ihrem Leben mit sich - auch für fast alle Neuköllnerinnen und Neuköllner. Zehntausende Männer zogen als Soldaten an die Front, Tausende kehrten nie zurück. Frauen und Jugendliche übernahmen ihre Arbeit in den Betrieben, litten Hunger und Not. Verwaltung, Kirchen und Schulen organisierten die Heimatfront, die mit zunehmender Dauer des Krieges immer mehr zu bröckeln begann. Belagerungszustand, Pressezensur und Polizeigewalt unterdrückten jede öffentliche Kritik an Militär und Regierung.

Doch gerade in Neukölln, wo der Antimilitarismus bereits vor 1914 besonders stark gewesen war, äußerte sich schon früh Protest gegen das sinnlose Morden und die katastrophale Versorgungslage. Hungerkrawalle, Demonstrationen und Streiks waren die Vorboten der Revolution, die im November 1918 die alte Ordnung hinwegfegte.

Die Ausstellung des Mobilen Museums beleuchtet die Situation der Bevölkerung im Ersten Weltkrieg anhand jener Aspekte mit Blick auf die heutige Erinnerungspraxis.

Zur Ausstellung ist eine Begleitbroschüre erschienen.
 
URL:  http://www.museum-neukoelln.de/kataloge.php?shopId=88


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Neuköllner Tor
Karl-Marx-Straße 231-235
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Telefon:  (030) 6322 7331
URL:  http://neukoellnertor.de/
 
 
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